Als die Geistlichen den Ort erreichten, bot sich ihnen ein trostloses Bild. Das Dach fehlte, Mauern waren eingestürzt, und zwischen den Steinen wuchs Gras. Dennoch war zu erkennen, dass dies einst ein besonderer Ort gewesen war. Die Kapelle hatte etwa vierzig Fuß Länge und zwanzig Fuß Breite. Ein niedriger Mauergang umgab sie, und daneben stand eine kleine Klause, in der früher ein Einsiedler gelebt hatte.

Die Geistlichen befragten Zeugen aus der Umgebung. Der Küster und die Kirchenvorsteher berichteten, dass die Frau des Heinrich Schungel das Dach der Kapelle hatte abdecken lassen, während ihr Mann, dem das Gut gehörte, im Kriegsdienst war. Balken und Schieferplatten waren für das Haus auf dem Gut Beringhausen verwendet worden. Heinrich von Schungel gehörte zu jener Adelsfamilie, die das Gut damals besaß. Wahrscheinlich war die Familie calvinistisch und fühlte sich der alten katholischen Klause nicht mehr verbunden.
Von der einstigen Ausstattung war kaum etwas geblieben. Der Altarstein war verkauft worden, die Glocke gestohlen. Vier der fünf Linden standen noch, doch einen hatte Schungel fällen lassen, um daraus Material für einen Blasebalg zu gewinnen. Und dennoch war der Ort nicht völlig vergessen: Prozessionen aus Meschede machten hier weiterhin Halt, und an bestimmten Feiertagen wurde sogar Gottesdienst gefeiert.
Noch heute heißt es im Volksmund, dass man nicht „in“ Klause, sondern „auf der“ Klause lebt.

