Aus heimischer Grauwacke entstand eine massive Gewölbebrücke, die den Fluss dauerhaft überspannte. Mit ihrem Bau veränderte sich das Ortsbild erheblich. Unmittelbar neben der alten Furt stand das erst rund zwanzig Jahre zuvor errichtete Haus des Schreiners Johann Franz Schulte. Für den Brückenbau musste das Straßenniveau angehoben werden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Wenne befand sich das Hotel Wennetal, das auf dem Hof einer ehemaligen Schnapsbrennerei errichtet worden war. Beide Gebäude existieren heute nicht mehr. Doch es kamen neue Häuser hinzu. Wenholthausen erhielt nach und nach ein verändertes Gesicht – eines, das sich zunehmend auch am Fremdenverkehr orientierte.
Für die Menschen jener Zeit bedeutete die Brücke weit mehr als nur einen bequemen Übergang. Sie brachte Sicherheit und Verlässlichkeit. Händler konnten ihre Waren unabhängig von Wasserständen transportieren, Bauern erreichten ihre Felder und Märkte auch nach starken Regenfällen, und Kinder gelangten trockenen Fußes zur Schule. Die Brücke wurde zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens.
Die Wennebrücke zeichnet sich nicht durch spektakuläre Architektur aus. Gerade ihre Schlichtheit macht ihre Schönheit und ihren besonderen Reiz aus. Sie fügt sich harmonisch in das Ortsbild ein und wirkt dadurch beinahe unscheinbar. Dennoch steht sie sinnbildlich für die Entwicklung Wenholthausens vom Bauern- und Handwerkerdorf zum späteren Luftkurort.
Wie viele Brücken in Deutschland blieb auch die Wennebrücke von den Folgen des Zweiten Weltkriegs nicht verschont. Ausgerechnet in ihrem hundertsten Jahr wurde sie so schwer beschädigt, dass sie für den Verkehr unbrauchbar war. Daher entschloss man sich zu einem Neubau auf den Fundamenten der alten Brücke: 37 Meter lang, 5,72 Meter breit, mit Pfeilhöhen von etwa 1,40 Metern. Im Jahr 1953 konnte die neue Wennebrücke ihrer Bestimmung übergeben werden und prägt weiterhin das Ortsbild des Dorfes.
Auch der frühere Name Wenholthausens – „Wineholthusen“ offenbart die Nähe zur Wenne Eine weitere Furt befand sich unweit der Mündung des Salwey-Baches in die Wenne.
Quellen:
https://wifeld.jimdoweb.com/geschichte-n-i/provinzial-wennestra%C3%9Fe
https://structurae.net/de/bauwerke/wennebruecke-wenholthausen?utm_source=chatgpt.com

