Die Schmalohrs in Saal

Wie das Leben auf einem solchen Hof geregelt wurde, zeigt eine Gerichtsakte aus dem Jahr 1846. Damals erschien der Ackersmann Hermann Schmalohr aus Saal vor dem Gericht in Altena. Einige Jahre zuvor hatte er ein Testament hinterlegt, das er nun zurücknehmen wollte. Stattdessen beabsichtigte er, mit seinem Sohn Johann einen Erbvertrag zu schließen. Darin sollte zugleich geregelt werden, wie seine übrigen Kinder abgefunden würden. Die Testamentsakte gibt einen kleinen Einblick in die bäuerliche Lebenswelt: Besitz sollte möglichst weitergegeben werden, zugleich mussten die Ansprüche der übrigen Kinder geregelt werden.

Fotoflug Sauerland Nord. Sundern-Saal,
dahinter Ruthenberg (links), Eggenberg (rechts), dahinter der Berg Mattenhagen, Blickrichtung West

Foto: Petra Klawikowski, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Frischer Wind aus dem Westerwald

Dass selbst ein abgelegener Ort wie Saal keineswegs von der weiteren Welt abgeschnitten war, zeigt eine andere Familiengeschichte.

Im 18. Jahrhundert wurde der Steiger Johann Schütz aus dem Westerwald nach Wildewiese angeworben, wo bereits seit längerer Zeit Bergbau betrieben wurde.

Schütz blieb in der Gegend und heiratete Anna Elisabeth Vollmert aus dem nahegelegenen Glinge. Generationen später gelangten seine Nachfahren durch Heirat nach Saal. Der alte Hof wird heute von Nachfahren des Steigers aus dem Westerwald geführt.

Gerade daran zeigt sich, wie wenig solche abgelegenen Höfe tatsächlich isoliert waren. Menschen kamen aus Lenhausen, aus den benachbarten Wohnplätzen und sogar aus dem Westerwald. Durch Arbeit und Heiraten entstanden Verbindungen weit über Saal hinaus.

Im Schönholthausener Kirchenbuch erscheint in einem der ersten Einträge zu Saal ein Johann von den Bergen, der „auf dem Saal“ eines plötzlichen Todes starb. Mit den hier beschriebenen Familien scheint der Junggeselle nichts zu tun gehabt zu haben. Sein Eintrag erinnert daran, dass sich auf den abgelegenen Höfen auch Menschen aufhielten, die nicht zu den dort ansässigen Familien gehörten.

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