Der tapfere Soldat aus dem Hause Klocke

Heinrich Hengesbach hatte 1670 das Haus Klocke in Meschede erworben und – wie damals üblich – den Namen beibehalten. Sein Sohn, genannt Klocke, nahm 1683 an der Verteidigung Wiens teil. Die Osmanen gruben Tunnel unter die Stadtmauern, füllten sie mit Pulver und wollten so die Mauern sprengen. Viele dieser Tunnel existieren bis heute.
Die Verteidiger suchten fieberhaft nach diesen Gängen, um sie rechtzeitig zu zerstören. Wie genau der Mescheder Soldat Klocke einen solchen Tunnel entdeckte, ist unklar. Die überlieferte Erklärung lautet, dass er zufällig hineinstürzte – die Osmanen hatten zu dicht unter den Verteidigungsanlagen gegraben.
In höchster Not, eingeschlossen im feindlichen Tunnel, rief Klocke die Vierzehn Nothelfer an – nicht nur einen, sondern alle. Sie galten als Fürsprecher in über neunzig Lebenslagen: bei Krankheit, Naturkatastrophen und Kriegsgefahren. Seine Bitten wurden erhört: Er konnte sich befreien, meldete den Tunnel seinen Vorgesetzten und trug so zur Rettung Wiens bei. Für seinen Mut soll er sogar eine Belohnung erhalten haben.
Nach seiner Rückkehr nach Meschede errichtete er aus Dankbarkeit unter dem Krähenberg eine Kapelle „Zu den Vierzehn Nothelfern“, die im Volksmund „Klockenkapelle“ genannt wurde.
Diese Überlieferung belegt nicht nur die überregionalen Verbindungen der Sauerländer – Wien lag unvorstellbar weit entfernt –, sondern auch ihre tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben.
Quelle: https://www.meschede.de/fileadmin/Mediendatenbank/Downloads/Sonstiges/Strassennamen_aktuell.pdf

