Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Canstein ist ein kleiner Ort, hoch über dem Diemeltal und an der Grenze zwischen Westfalen und Hessen. Klein, gemütlich und überschaubar. Wäre da nicht das stattliche Schloss, das hoch über dem Dorf auf einem steilen Kalksteinfelsen thront, der an der Kreuzung dreier Täler liegt – der „Dicke Stein“, wie er im Volksmund genannt wird.

Bevor an diesem Platz das heutige Schloss gebaut wurde, stand dort eine trutzige Burg, deren Spuren bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Bereits 1080 wurden Personen in „Cahenstein“ genannt. Im Laufe des Mittelalters wurde die Burg mehrfach befestigt, zerstört und wieder aufgebaut. So geschehen im Jahre 1342, als der Erzbischof von Köln die Burg neu errichten ließ, um seine Grenze gegen den Grafen von Waldeck und das Bistum Paderborn zu sichern. Als Gegenanlage zur kölnischen Burg Canstein ließ der Graf von Waldeck um 1342 rund 550 m südwestlich die Burg Grimmenstein errichten, die schon bald verfiel.
Die Besitzer der Burg
1080 taucht der Name erstmals auf: „Reische von Canstey“ wird in einer Gerichtsurkunde erwähnt. Der erste greifbare Hinweis auf Burg Canstein findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1125. Darin wird festgehalten, dass der Mainzer Erzbischof Adalbert die Anlage von einem Reginboldus de Kaanstein erwarb. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt bereits so bedeutend, dass sie das Interesse geistlicher wie weltlicher Herren auf sich zog.
Auch die Familie der Raven von Pappenheim, später „von Canstein“, hatte die Burg als Lehen des Erzbischofs und baute sich daraus eine kleine Herrschaft auf.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach zwischen verschiedenen Adelsfamilien, unter anderem den Familien Spiegel, von Spee und von Croy. Gleichzeitig meldeten auch die Grafen von Waldeck Ansprüche an – ein frühes Zeichen der konfliktreichen Grenzlage. Seit 1853 ist das Schloss Canstein im Besitz der Familie von Elverfeldt.

