Oberer und niederer Hof
In jüngeren Lehensakten wird die Struktur Frenkhausens deutlicher. Nun ist ausdrücklich vom „oberen Hof zu Frenkhausen“ die Rede. Daneben bestand ein „niederer Hof“. Der Ausdruck „oberer Hof“ muss dabei nicht bedeuten, dass dieser Hof über anderen Höfen stand. Wahrscheinlich unterschied man die beiden größeren Hofstellen einfach nach ihrer Lage beziehungsweise nach einer überlieferten örtlichen Bezeichnung.
Mit dem oberen Hof ist später besonders die Familie Schulte verbunden. In den Lehensakten erscheinen über mehrere Generationen Schulten zu Frenkhausen.
„Schulte genannt Gabel“
Auch im 19. Jahrhundert begegnet der Name Schulte noch in Frenkhausen. Für 1854 ist ein „Schulte genannt Gabel“ überliefert. Der Zusatz „genannt Gabel“ könnte auf einen Hof- oder Hausnamen hinweisen. Auffällig ist natürlich die Ähnlichkeit zu dem älteren Namen Gobbel beziehungsweise Gobbele. Ob zwischen beiden tatsächlich eine Verbindung besteht, lässt sich bislang jedoch nicht beweisen.
Die Hubertuskapelle auf Gut Frenkhausen
Zum alten Gut Frenkhausen gehört auch die kleine denkmalgeschützte St.-Hubertus-Kapelle. Über ihre Entstehung ist wenig bekannt. In einer Quelle wird sie allgemein der Barockzeit zugerechnet. Der kleine Saalbau besitzt zwei Fensterachsen, einen dreiseitigen Chorabschluss sowie ein verschiefertes Satteldach mit kleinem Dachreiter.
Ein Ferienort und das alte Frenkhausen
Heute prägen die Ferienhäuser das Bild von Frenkhausen. Doch die Geschichte des Ortes begann nicht mit dem Tourismus, sondern mit drei bäuerlichen Hofstellen, deren Bewohner schon vor Jahrhunderten für das Stift Meschede wirtschafteten. Wer sich mit ihnen beschäftigt, entdeckt hinter dem heutigen Ferienort ein Stück Sauerländer Vergangenheit.
Und so finden Sie Frenkhausen:
Quellen:
Johann Suibert Seibertz: Quellen der westfälischen Geschichte, Bd. 1, Güterverzeichnis des Stifts Meschede
Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen: A 114 / Stift Meschede
Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen: H 102 / Großherzogtum Hessen, Landesbehörden, Nr. II B 423, „Oberhof zu Frenkhausen (Friedr. Schulte)“, 1804–1808.
[1] Eine Hufe war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit keine überall gleich große Fläche, sondern eine bäuerliche Wirtschaftseinheit. Gemeint war meist so viel Land, dass davon eine Bauernfamilie leben und ihre Abgaben leisten konnte.

