In der späten Bronzezeit (ca. 2200–800 v. Chr.) kam es durch die Einführung der Bronzelegierung zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen: Es entstanden ausgeprägtere soziale Hierarchien, weitreichende Handelsnetze, eine sesshafte Bauernkultur und erste befestigte Siedlungen. Diese Epoche, auch Urnenfelderkultur genannt, ist geprägt durch Brandbestattungen in großen Urnenfeldern.
Es wäre denkbar, dass ein weitgereister Händler auf seiner Reise durch Westfalen in Gevelinghausen verstarb und von seinen Begleitern dort aufwändig bestattet wurde. Möglich ist aber auch ein völlig anderer Zusammenhang. Wie auch immer die Bronzeamphore nach Gevelinghausen gelangte – endgültig klären lässt sich diese Frage nicht.
Ein Jahrhundertfund der Bronzezeit
Die Bronzeamphore von Gevelinghausen wird als „das schönste Bronzegefäß nördlich der Alpen“ bezeichnet. Vergleichbare Funde sind in ganz Europa äußerst selten und bewegen sich im einstelligen Bereich. Es handelt sich zweifellos um einen Jahrhundertfund der europäischen Bronzezeit.
Die Amphore gibt Einblicke in die religiösen Vorstellungen der Menschen jener Zeit. Sie belegt zudem, dass es bereits damals weitreichende Handelsnetzwerke gab. Als Prunkstück von hohem materiellem Wert sagt sie auch etwas über die Wertschätzung aus, die dem Verstorbenen entgegengebracht wurde.
Zu besichtigen sind drei Kopien der Amphore: im Sauerland-Museum in Arnsberg, im Rathaus Olsberg und im Heimatmuseum Gevelinghausen. Das Original befindet sich im LWL-Museum für Archäologie in Herne.
Die Bronze-Amphore ist derzeit noch Teil eines Projektes des LWL. Sobald dieses abgeschlossen ist, erhalten wir Fotos der Amphore zur Veröffentlichung.

