Ein historischer Spitzname, der die Einwohner der Stadt Schmallenberg als „Breibäuche“ bezeichnet, hat sich über mehr als 200 Jahre erhalten:
De Schmallmersken Breybälge
1822 überlebten alle 667 Schmallenberger Bürger einen verheerenden Stadtbrand, der innerhalb von zwei Stunden 131 von insgesamt 151 Häusern vernichtete.
Lebensmittelvorräte, das Vieh und das Viehfutter sowie jeglicher Hausrat waren ebenfalls verloren. Die Einwohner standen buchstäblich vor dem absoluten Nichts. Die umliegenden Dörfer entwickelten sofort eine großartige nachbarschaftliche Solidarität, indem sie Getreide (Hirse, Hafer, Roggen) und Kartoffeln spendeten und so das Überleben der Schmallenberger ermöglichten.
Aus diesen Lebensmitteln kochten die Schmallenberger über lange Zeit einen dicken Brei, der als einzige Nahrungsquelle zwangsläufig zu aufgeschwollenen Bäuchen führte. Damit war „De Schmallmersken Breybälge“ als Spitzname geboren. Bemerkenswert ist, dass dieser Beiname niemals einen diskriminierenden oder verletzenden Beiklang hatte, sondern vielmehr einen kleinen tröstlichen Ton enthielt – nach dem Motto: aus der Not eine Tugend machen. Das Leben geht weiter, und wir schaffen das gemeinsam.
Die Schmallenberger dankten in gleicher Weise zurück: Die Bad Fredeburger Nachbarn wurden als „Zemmels“ (Semmeln) bezeichnet, ebenfalls ohne jegliche Diskreditierung oder Verspottung. Sie selbst hatten ja darauf hingewiesen, dass Semmelnessen nicht zu dicken Breibäuchen führe.
Ein funktionierender gesellschaftlicher Zusammenhalt ist eine bemerkenswerte Sauerländer Eigenart, die uns auch heute noch berührt – wie man an der 2009 aufgestellten Bronzeskulptur des Schmallenberger Breybalgs in der historischen Altstadt erkennen kann.

Quelle: https://www.schmallenberg.info

