Text: Christel Zidi
Frei nacherzählte Sage nach Heinrich Gathmann

An einem Frühlingsmorgen arbeitete ein Bauer aus Hesborn auf seinem Feld. In einem nahegelegenen Wald rief ein Kuckuck. Kurz darauf antworteten andere Kuckucke aus den umliegenden Wäldern, und es entstand ein regelrechtes „Kuckuck-Konzert“.

Der Bauer wollte, dass der Kuckuck aus seinem Wald gewinnt. Deshalb ließ er seine Arbeit liegen, kletterte auf einen Baum und rief selbst laut „Kuckuck! Kuckuck!“, um den Vogel zu unterstützen.

Nach einer Weile war er überzeugt, dass sein Kuckuck nun die lauteste Stimme hatte. Zufrieden stieg er vom Baum und machte mit seiner Arbeit weiter.

Doch die Leute hatten ihn beobachtet. Schon bald machten sie sich über ihn lustig. Wo immer er auftauchte, rief jemand hinter ihm „Kuckuck! Kuckuck!“. Der Bauer bekam den Spitznamen „der Hesborner Kuckuck“.

Mit der Zeit wurde dieser Name nicht nur für ihn verwendet, sondern für alle Menschen aus Hesborn. Kam jemand aus dem Dorf in einen Nachbarort, hieß es scherzhaft:

„Da kommt ja ein Hesborner Kuckuck!“

Quelle: „Sagen des Sauerlandes“ von Fritz Köhn

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