Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Zahnschmerzen begleiten die Menschheit seit ihren Anfängen. Archäologische Funde aus der Frühgeschichte, der Antike und dem Mittelalter belegen, dass Menschen schon sehr früh versuchten, Zahnprobleme zu behandeln. Die moderne Zahnheilkunde entwickelte sich jedoch erst im 18. Jahrhundert, und in Deutschland entstand das akademische Studium der Zahnmedizin gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Bis 1952 existierte eine Zweiteilung zwischen akademisch ausgebildeten Zahnärzten und handwerklich geschulten Dentisten. Um 1919 gab es laut Berufsstatistiken etwa doppelt so viele Dentisten wie Zahnärzte.

Auch die Berufsbezeichnungen waren vielfältig: „Zahnkünstler“, „Zahnartisten“ und „Zahnreißer“ waren bis ins frühe 20. Jahrhundert geläufig. Viele dieser Behandler traten auf Jahrmärkten auf, während in den Dörfern meist Bader, Barbiere oder sogar Schmiede Zahnwunden versorgten und Zähne zogen.

Zahnbehandlung im Sauerland
Bis ins 19. Jahrhundert bestand Zahnpflege – im Sauerland wie im übrigen Deutschland – vor allem darin, Speisereste zu entfernen. Ästhetische oder prophylaktische Aspekte spielten kaum eine Rolle. Im Mittelalter nutzte man Glas- oder Backsteinsplitter, Gesteinsmehl und Kräuter, die in Woll- oder Leinensäckchen verpackt wurden, um die Zähne zu reinigen. Zahnbürsten1 waren selten und für die Landbevölkerung unerschwinglich.

Behandlungen beschränkten sich meist auf das Ziehen schmerzender Zähne. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs das Bewusstsein für Zahnpflege. Zahnpulver und frühe Zahnpasten kamen auf, und der Weg zur modernen Vorstellung von Zahngesundheit begann.

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