Als schließlich auch ihre Pferde krank wurden, wuchs die Verzweiflung ins Unermessliche. Mit jedem Tier, das starb, schwand die Hoffnung, die Arbeit des Jahres noch zu bewältigen. Die Stille im Stall, durchbrochen nur vom schweren Husten der Tiere, schien die Angst der Menschen zu spiegeln. In dieser Zeit der Ohnmacht suchten Johan und Margarethe Halt im Glauben. Sie beteten um ein Ende der Seuche und legten ein Gelübde ab: Sollte das Pferdesterben aufhören, wollten sie ein sichtbares Zeichen ihres Dankes setzen.

So stifteten sie später einen Bildstock – nicht nur als fromme Gabe, sondern als Symbol von Hoffnung und Widerstandskraft inmitten existenzieller Bedrohung. Auffällig ist seine Ausrichtung: Er zeigt nicht, wie in der christlichen Tradition üblich, nach Osten, sondern direkt zur Madfelder Kirche. Dies folgte einer besonderen lokalen Gepflogenheit, denn in Madfeld sind alle Heiligenbilder, Wegkreuze und Bildstöcke auf die Pfarrkirche St. Margaretha ausgerichtet, das geistliche Zentrum des Dorfes.

Kirche St. Margaretha in Madfeld
Foto: SteveK, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Überhaupt zeigt sich ein lebendiges Glaubensleben in Madfeld, wozu auch die Marienprozession gehört. Zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 2025 gab es einen  zirka 250 Meter langen Blütenteppich, der den Weg der Prozession bis zur zweiten Station und darüber hinaus vorzeichnet.

Seiten: 1 2