Die frühere Armut des Ortes ist der Grönebacher Pfarrkirche St. Lambertus nicht anzusehen. Bei dem schmucken und schön ausgestatteten Bau handelt es sich um die dritte Steinkirche am selben Ort. Der romanische Wehrturm ist wohl der älteste Wehrturm in der Stadt Winterberg. Der Bau des heutigen Kirchengebäudes im neugotischen Stil wurde 1876 begonnen, geweiht wurde die Kirche aber erst im Jahr 1894. Die sehr lange Bauzeit liegt wahrscheinlich in der Armut der Gemeinde begründet. Um die finanziellen Mittel aufzutreiben, genehmigte der Regierungspräsident in Münster eine Haussammlung. Die Handelsleute, aber auch andere, ergriffen die Initiative. Auf ihren Verkaufstouren baten die Handelsleute und andere Helfer ihre oft ebenfalls armen Kunden um Zuwendungen für den Kirchenbau. Damit alles korrekt verlief, erhielten die Sammelnden sogar staatliche Ausweiskarten.

Vielleicht gehörten auch jene drei jungen Handelsmänner dazu, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Grönebach heirateten: Johann Jodokus Fresen, Sohn eines Handelsmanns; Johannes Gerlach, der Bauernsohn; und Johannes Jodokus Sauerwald, der Sohn des Dorfwirtes. Schließlich lag die Gaststätte nahe der Kirche, und die Sauerwalds waren fest in die Dorfgemeinschaft eingebunden – was sich auch daran zeigt, dass die Gründungsversammlung des Grönebacher Schützenvereins am 7. 1. 1887 im Gasthof Jodokus Sauerwald (Niggemanns) stattfand.

Foto: Felix Stember, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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