Von alten Höfen, seltenen Apfelsorten, der Vogelkapelle und einem Speicher von 1770

Das alte Weninghausen

Die alten Höfe

Um 1500 werden in einem Register der Dienstpflichtigen des Kölner Erzbischofs für Weninghausen drei Höfe genannt. Der Ort gehörte damals zum Amt Hellefeld im kurkölnischen Herzogtum Westfalen. Im Jahr 1650 zählten auch Bewohner aus Weninghausen zu den sogenannten Mahlgenossen der Linneper Mühle, also zu den Haushalten, die dort ihr Getreide mahlen ließen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg vergrößerte sich Weninghausen weiter. Für das Jahr 1685 werden bereits sieben Höfe genannt, 1717 schließlich acht.

Einer der alten Weninghauser Höfe lässt sich besonders gut nachweisen: der Volmershof. Im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen haben sich Unterlagen des Stifts Meschede erhalten, das in Weninghausen Grundbesitz besaß. Besonders aufschlussreich ist ein Verzeichnis von 1664. Darin werden Äcker, Wiesen, Gärten und weitere Grundstücke des Hofes einzeln aufgeführt. Diese Flächen lagen nicht geschlossen um das Wohnhaus, sondern waren, wie damals üblich, über die Feldflur verteilt.

Der Volmershof war allerdings nicht der einzige alte Hof in Weninghausen. Über lange Zeit begegnen in Steuerlisten und Kirchenbüchern Namen wie Volmar/Vollmer, Frieling, Wrede, Lammert, Lohmann, Tebbe/Tebbert und Simon. Einige dieser Namen lassen sich bereits im 17. oder frühen 18. Jahrhundert nachweisen und erscheinen noch im 20. Jahrhundert.

Weninghausen aus der Vogelperspektive
Petra Klawikowski, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Der alte Speicher

Ein besonderes Zeugnis der bäuerlichen Vergangenheit Weninghausens ist der Fachwerkspeicher an der Hofstelle Weninghausen 3. Er stammt aus dem Jahr 1770.

Ende der 1970er Jahre drohte der Speicher langsam zu verfallen, obwohl seine Bausubstanz noch weitgehend intakt war. Das landwirtschaftliche Gebäude war aufwendig gestaltet. Auf einem Untergeschoss aus Bruchstein erhebt sich ein Fachwerkgeschoss mit zweifach vorkragendem Giebel. Kunstvolle Verstrebungen, profilierte Balkenköpfe und verzierte Füllhölzer verleihen dem Gebäude seinen besonderen Charakter.

Der damalige Hilferuf blieb offenbar nicht ohne Wirkung: Der Speicher hat sich erhalten und gehört heute zu den eingetragenen Baudenkmälern der Stadt Sundern.

Wahrscheinlich gehörte der Speicher zur Frieling-Hofstelle. Frieling ist bereits im 18. Jahrhundert in Weninghausen nachweisbar; noch 1955 ist unter der Adresse Weninghausen 3 der Landwirt Josef Frieling verzeichnet.

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