Zur Geschichte:

1338 ist das Geschlecht der von Wrede erstmals sicher nachgewiesen: Graf Gottfried IV. von Arnsberg belehnt Johann Wrede mit zwei Hufen Land in „Aldenbecke“. In den folgenden rund 60 Jahren entsteht aus der Hofstelle eine Wasserburg. Amecke muss strategisch und wirtschaftlich bedeutend gewesen sein, um eine befestigte Anlage zu rechtfertigen.

1419 wird Haus Amecke in ein oberes und ein unteres Haus geteilt. Nur der untere Teil blieb durchgehend im Besitz der von Wrede. Erst 1758 gelingt es der Familie, auch das obere Haus zurückzukaufen und damit den Gesamtbesitz wieder zu vereinen.

Erstaunlicherweise ist die Forschungslage bis heute lückenhaft. Das Europäische Burgeninstitut (EBIDAT) schreibt ausdrücklich: „Weder die Bau- noch die Besitzgeschichte des Adelssitzes sind bislang zufriedenstellend erforscht worden.“ Eine umfassende bauhistorische Untersuchung fehlt; es ist ungewiss, ob die bestehenden Gebäude noch Reste aus dem Spätmittelalter enthalten.

Foto: Venetianer, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Baubeschreibung:

Bis 1830 waren die durch die Barockzeit geprägte Vorburg und das Herrenhaus von einem Wassergraben umgeben.

Das Herrenhaus besteht aus einem hohen Sockelgeschoss und einem schlichten zweigeschossigen Aufbau. Der heute sichtbare Turm stammt erst aus dem Jahr 1921. Die Bauphasen sind dennoch gut rekonstruierbar, etwa durch das verwendete Steinmaterial.

Auch die Bedeutung des Adelsgeschlechts ist hervorragend dokumentiert: Der Bestand im LWL-Archiv umfasst 380 Urkunden (1293–1794), was die politische Rolle der Familie unterstreicht. Bereits 1341 war Johann Wrede Richter und Amtmann zu Balve.

Leider steht das Schloss heute nicht für öffentliche Führungen zur Verfügung. Die heutigen Besitzer, Eberhard und Katharina von Wrede, haben dort einen außergewöhnlichen Veranstaltungsort für Hochzeiten, Jubiläen, Firmenfeiern oder Produktpräsentationen eingerichtet.

Die eingangs erwähnte bodenständige Tradition der Familie von Wrede wird damit fortgeführt – und hoffentlich auch in Zukunft weiter gepflegt.

Beitragsbild ganz oben: Asio otus, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Seiten: 1 2