Text: Sabina Butz
Beitrag zu Thema „Epochen“
Die Christianisierung im Sauerland begann während der Sachsenkriege (772–804) und war zunächst eine Zwangsbekehrung. Die sächsische Bevölkerung hielt fest an ihrem heidnisch-germanischen Glauben, und eine freiwillige Missionierung war kaum möglich. Erst das fränkische Militär setzte ab 772 die Annahme des Christentums durch.
Die heidnischen Sachsen wurden unter Androhung schwerer Strafen, teils sogar der Todesstrafe, gezwungen, sich taufen zu lassen. Nach dem Sieg der Franken wurde das sächsische Gebiet vollständig in das Frankenreich eingegliedert und die Bevölkerung zur Christianisierung verpflichtet.
Im 9. Jahrhundert entstanden im Sauerland erste kirchliche Strukturen: Missionsstationen, Taufkirchen und kleine Pfarrbezirke. Ein frühes Beispiel ist Wormbach, einer der ersten christianisierten Orte der Region. Der Sage nach soll Bonifatius hier im 8. Jahrhundert eine Kirche gegründet haben. Historisch ist jedoch nicht belegt, dass Bonifatius jemals im Sauerland war.
Klöster und Stifte spielten in dieser frühen Phase vor allem für die adelige Oberschicht eine Rolle. Das Damenstift Meschede, um 860 von der Adligen Emhildis gegründet, diente der religiösen Bildung adeliger Frauen. Auch die fränkischen Grafen und die kirchliche Verwaltung des Erzbistums Köln trugen zur Ausbreitung des Christentums bei.
Die Christianisierung verlief insgesamt über mehrere Generationen. Heidnische Bräuche hielten sich lange, und erst im 10. Jahrhundert war das Sauerland flächendeckend kirchlich organisiert. Die Bevölkerung lebte nun in festen Pfarrstrukturen, und das Christentum prägte zunehmend Recht, Alltag und Kultur.
Quellen:
LWL – Westfälische Geschichte: Christianisierung und Mission in Westfalen
Historisches Lexikon Westfalens: Artikel „Christianisierung“
Dieter Geuenich: Geschichte der Christianisierung der Sachsen
Franz Tenhagen: Geschichte des Herzogtums Westfalen
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