Ein Modell des Arnsberger Schlosses befindet sich am Aufgang zur Ruine (Foto: Zidi)
Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Zwei Burgen erhoben sich einst über Arnsberg: die um 1050 errichtete Rüdenburg und die rund fünfzig Jahre später auf dem gegenüberliegenden Berg entstandene Burg, die im 16. Jahrhundert zum Schloss umgestaltet wurde. Wie bei anderen benachbarten Burgen entwickelte sich auch hier die Sage von der Ledernen Brücke. Demnach ließ der Teufel, dankbar für die ihm erwiesene Gastfreundschaft, eine Brücke von der Rüdenburg hinüber zur Burg auf dem Adlerberg – dem früheren Namen des Schlossbergs – errichten, um dem Burgherrn und seinen Gefolgsleuten während einer Belagerung die Flucht zu ermöglichen
Wer zwischen den Ruinen der „alten Burg“ auf dem Römberg wandelt, kann hier oberhalb der Ruhr die wunderbare Ruhe genießen – ganz anders als an manchen Tagen auf der Schlossruine auf dem gegenüberliegenden Berg.

Lange Zeit war die Rüdenburg sogar auf keiner Karte mehr verzeichnet, bis sie schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Ausgrabungsarbeiten wieder ins Bewusstsein rückte.
Um 1050 ließ Graf Bernhard von Werl die Rüdenburg errichten. Um 1100 richtete sich sein Enkel Friedrich auf der neu errichteten Burg Arnsberg ein – nur zwei Kilometer Luftlinie von der alten Burg entfernt, auf der gegenüberliegenden Bergkuppe des Adlerberges, wie der heutige Schlossberg ursprünglich genannt wurde.
Hermann von Rüdenburg war der letzte gräfliche Eigentümer der alten Burg, bevor diese 1365 an das Kloster Wedinghausen verkauft wurde. Im 17. Jahrhundert war die Burg bereits verfallen; teils wurden ihre Steine zum Bau des Ritterguts Obereimer genutzt.

