Mit dem Verlust der militärischen Bedeutung im 12. Jahrhundert wurden Teile der Wälle abgetragen, um Platz für eine steinerne Kirche zu schaffen. Zunächst entstand eine etwa 15 × 7,5 Meter große Saalkirche mit einem Chor aus drei Apsiden. Im 13. und 14. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein kleiner Kirchhof mit Friedhof. In und um die Kirche wurden insgesamt 16 Bestattungen freigelegt. Einige Gräber wurden durch den Kirchenbau gestört – ein Hinweis darauf, dass hier bereits vor der ersten Kirche ein Friedhof bestand, der anschließend weiter genutzt wurde.
Die einzige mittelalterliche Urkunde zur Kapelle berichtet, dass die Äbtissin des Geseker Damenstifts im Jahr 1014 das Recht, die Kapelle in „Borghardesberghe“ zu betreuen und ihre Einkünfte zu erhalten (Benefizium), ohne Zustimmung des Stiftskapitels übertrug – vermutlich an den Kölner Erzbischof Heribert. Möglicherweise diente die Übertragung vor allem der Regelung der Besitz- und Einkommensverhältnisse. Verbindungen zwischen dem Borberg und dem Geseker Kanonissenstift sind bislang nicht nachweisbar.
Im 12. Jahrhundert wurde die erste Kirche durch einen größeren Rechteckbau mit Rechteckchor und westlich angebautem Turm ersetzt. Immer wieder wird vermutet, dass sich auf dem Borberg ein Frauenkloster befand. Dazu passt, dass im 13./14. Jahrhundert eine nicht tragende Trennwand eingezogen wurde und Alltagsgegenstände gefunden wurden, die auf eine teilweise profane Nutzung hinweisen. Auch der Kölner Geistliche und Historiker Johann Gelenius (1585–1631), Generalvikar des Erzbistums Köln, berichtete im 17. Jahrhundert von einem kleinen Frauenkloster bei Brilon. Da er mehrere Jahrhunderte nach den vermuteten Ereignissen schrieb, gilt seine Nachricht als wichtiger, aber nicht eindeutiger Hinweis.

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Wann die Burg und Kirchengebäude verfielen, lässt sich nicht genau sagen. Zum Glück aber hat sich das Geschichtsbewusstsein der Menschen geändert.
Borbergs Kirchhof wird heute im Rahmen der Bodendenkmalpflege erhalten. Dazu gehören die Pflege der Ringwallanlage, die Sicherung der freigelegten Mauerreste sowie regelmäßige Maßnahmen zum Erhalt der Marienkapelle. Auf Rekonstruktionen wird bewusst verzichtet, um die historische Originalsubstanz zu bewahren.
Und hier finden Sie den Borberg:
Dem Historiker Albert Hömberg zufolge könnte der Name „Borbergs Kirchhof“ auf den heiligen Burchard zurückgehen, dessen Verehrung ab etwa 1000 n. Chr. in Westfalen zunahm.
Quellen:
https://www.altertumskommission.lwl.org/de/forschung/burgen/borbergs-kirchhof-bei-brilon/
https://personendatenbank.germania-sacra.de/books/view/64
Foto: Kirchenruine auf dem Borberg / Wggw, CC BY-SA 2.0 DE via Wikimedia Commons

