Bettler

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Sauerland von Missernten sowie Krisen im Landhandwerk und Bergbau geprägt. Viele Familien verloren ihr Einkommen und waren auf Almosen angewiesen. Man unterschied zwischen einheimischen und vagabundierenden Bettlern. Während einheimische Arme häufig von den Gemeinden unterstützt wurden, hatten umherziehende Bettler mit zusätzlichen Repressalien zu rechnen. In einer Zeit ohne soziale Absicherung galt Betteln als legitime Form der Existenzsicherung.
Für viele blieb als Alternative nur die Auswanderung, die im Sauerland zu dieser Zeit stark zunahm.
Die genannten Beispiele zeigen deutlich, wie eng Armut, Herkunft und gesellschaftliche Ausgrenzung miteinander verknüpft waren. Der Umgang der Gemeinden mit Menschen, die nicht dem eigenen Normbild entsprachen, war im 19. Jahrhundert ein anderer als im 21. Jahrhundert – an Bedeutung hat das Thema jedoch nichts verloren.

