Bader

Der Bader war ein medizinischer Handwerker, der Schröpfen, Aderlassen, Zähneziehen, Wundversorgung und die Behandlung einfacher Knochenbrüche durchführte. Sein Ruf war bereits seit dem 16. Jahrhundert durch den Vorwurf der „Quacksalberei“ belastet. Auf dem Land, wo eine strukturierte medizinische Versorgung erst im 19. Jahrhundert in größeren Städten entstand, übernahmen Bader häufig traditionelle medizinische Aufgaben – zusätzlich zum Haareschneiden, das später von Friseuren ausgeübt wurde.
Im Sauerland waren Bader für die Gesundheitsversorgung vieler Menschen unverzichtbar, dennoch blieb ihr gesellschaftliches Ansehen ambivalent.
Gaukler

Ludwig Knaus, Public domain, via Wikimedia Commons
Das öffentliche Leben im Sauerland des 19. Jahrhunderts war stark von Märkten und traditionellen Festen geprägt. Gaukler spielten dabei eine wichtige Rolle. Als Taschenspieler, Zauberkünstler, Akrobaten, Seiltänzer oder Possenreißer unterhielten sie die Bevölkerung auf öffentlichen Plätzen. Viele Gaukler gehörten zu fahrenden Gemeinschaften, die von Ort zu Ort zogen. Obwohl sie beliebt waren, galten sie aufgrund ihres unsteten Lebenswandels gesellschaftlich als wenig angesehen.

