Schwelm und Berlin – ein Leben für die Diakonie

Die Gemeinde in Schwelm nahm August Disselhoff mit offenen Armen auf. Hier wirkte er zehn Jahre als Pfarrer und hier gründete er eine Familie. Über seinen Bruder Julius stand August Disselhoff in engem Kontakt zu Theodor Fliedner, dem Begründer der Kaiserswerther Diakonie und einer Schlüsselfigur der evangelischen Sozialarbeit im 19. Jahrhundert.

1865 folgte er dem Ruf an die St.-Jacobi-Kirche in Berlin. Kurz vor dem Umzug starb seine Frau Pauline nach der Geburt des dritten Kindes – ein Schicksalsschlag, der ihn jedoch nicht von seiner Arbeit abhielt. In Berlin engagierte er sich über zwei Jahrzehnte hinweg für Kindergottesdienste, soziale Hilfsvereine und die Unterstützung von Kranken, Frauen und Bedürftigen.

Erst eine fortschreitende Erblindung zwang ihn 1888, das Pfarramt niederzulegen.

Als Religionslehrer blieb er dennoch aktiv: Noch mehr als zehn Jahre war er als Religionslehrer an der Töchtererziehungsanstalt der Kaiserswerther Diakonissen in Hilden bei Düsseldorf aktiv.

Seine letzten Jahre verbrachte er bei seiner Tochter in Allstedt (Sachsen-Anhalt), wo er 1903 starb.

Foto rechts: Disselhoff während seiner Zeit in Hilden
http://www.disselhoff.de.gg/, Public domain, via Wikimedia Commons

Julius Disselhoff (1827–1896), Augusts älterer Bruder, arbeitete ab 1850 in Kaiserswerth bei Düsseldorf mit Theodor Fliedner zusammen. Er heiratete Fliedners älteste Tochter Luise. Nach Fliedners Tod wurde er 1865 dessen Nachfolger als Leiter der Kaiserswerther Diakonissenanstalt, einer der bedeutendsten evangelischen Sozial- und Pflegeeinrichtungen des 19. Jahrhunderts.

Seiten: 1 2 3