Eine kurze, aber intensive Zeit in Andreasberg
Nach dem Studium führte Augusts Weg zunächst nach Bad Oeynhausen. Doch schon bald kehrte er ins Sauerland zurück. Im Frühjahr 1855 übernahm der erst 25-jährige Theologe eine Hilfspredigerstelle in (Neu-) Andreasberg, das erst ein Jahr zuvor als Bergarbeitersiedlung entstanden war.
Andreasberg war damals ein Ort des Aufbruchs. Der Bergbau hatte zahlreiche protestantische Bergleute aus dem Harz und aus Sachsen ins überwiegend katholische Sauerland geführt. Eine evangelische Kirche gab es nicht, deshalb fanden die ersten Gottesdienste in einem Wohnhaus statt.
Die äußeren Bedingungen in der rasch errichteten Bergarbeiterkolonie waren nicht einfach. Es fehlte an vielem, auch an einem eigenen Kirchengebäude. Trotzdem machte sich Disselhoff mit großem Engagement an die Arbeit. Hunderte von Gemeindegliedern galt es zu betreuen. Disselhoff erkannte früh das Potenzial der Gemeinde und trug wesentlich dazu bei, ihre Strukturen aufzubauen..
Als er bereits wenige Monate später zum Pfarrer nach Schwelm berufen wurde, wollte er die junge Gemeinde nicht einfach verlassen. Erst nachdem die weitere Betreuung gesichert war, verabschiedete er sich am 9. September 1855 schweren Herzens von Andreasberg. Aus seinem Bericht ist zu entnehmen, dass dieser Ort und die Menschen ihm ans Herz gewachsen waren. Er sprach darin von einem „evangelischen Stamm“, den Gott mitten in das katholische Land gesetzt habe, damit er Wurzeln schlage und wachse. Sein Wunsch war es, dass Andreasberg zu einer „Stadt auf dem Berge“ werde – ein sichtbares Zeichen lebendigen Glaubens und gelebter Gemeinschaft. Disselhoff hat den Aufbau der evangelischen Gemeinde in Andreasberg entscheidend mitgeprägt.

1879 wurde die Petruskirche in Ramsbeck eingeweiht, gebaut für die evangelischen Bewohner von Ramsbeck und den Bergarbeitersiedlungen Andreasberg, Heinrichsdorf und Alexander. Sie gehört heute zu den ältesten evangelischen Kirchen im Sauerland.
Foto: Machahn, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

