Die Rückkehr nach Köln
Neun Jahre später, im Dezember 1803, sollten auch die Gebeine der Heiligen Drei Könige das Sauerland wieder verlassen. Und erneut kommt Friedrich Clute-Simon ins Spiel: Ihm wurde der Rücktransport der Reliquien nach Köln anvertraut.
Am 11. Dezember 1803 holte Clute-Simon die Reliquien in Arnsberg ab. Drei Tage später erreichten sie die Abtei Deutz. Am Dreikönigstag, dem 6. Januar 1804, wurden die Gebeine schließlich feierlich wieder in den Kölner Dom gebracht. Damit endete ein außergewöhnliches Kapitel, das Köln für fast ein Jahrzehnt mit dem Sauerland verbunden hatte.
Was wäre gewesen…?
Immer wieder kommt im Sauerland ein reizvolles Gedankenspiel auf: Was wäre geschehen, wenn die Reliquien der Heiligen Drei Könige nach all den Jahren gar nicht nach Köln zurückgekehrt wären? Hätte vielleicht Arnsberg eine ähnliche Bedeutung erlangen können wie Köln?
Ein zweites Köln wäre daraus wohl kaum geworden. Die Bedeutung der Stadt am Rhein beruhte schließlich nicht allein auf den Heiligen Drei Königen. Köln war bereits seit der Römerzeit eine bedeutende Stadt, Bischofs- und später Erzbischofssitz, Handelszentrum und politischer Mittelpunkt. Doch die Reliquien hatten Köln zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas gemacht. Wären sie dauerhaft in Wedinghausen geblieben, hätte das für Arnsberg durchaus Folgen haben können. Pilger aus nah und fern wären ins Sauerland gekommen. Herbergen und Gasthäuser hätten von ihnen gelebt, Händler ihre Waren angeboten. Vielleicht wäre Wedinghausen zu einem bedeutenden Wallfahrtsort geworden, vielleicht hätte man die Kirche erweitert oder für die berühmten Reliquien sogar einen größeren Kirchenbau geschaffen.
Und Allendorf? Dort hätte man sich vermutlich weiterhin mit besonderem Stolz daran erinnert, dass die Heiligen Drei Könige auf ihrem Weg ins Sauerland ausgerechnet im Hause des Fuhrmanns Clute-Simon übernachtet hatten.
Das Haus, in dem die Heiligen Drei Könige nach Allendorfer Überlieferung übernachtet haben sollen, steht nicht mehr. Das Ackerbürgerhaus Clute-Simons brannte 1804 ab.
Friedrich Clute-Simon errichtete an seiner Stelle ein neues Haus mit Gastwirtschaft und Wirtschaftsgebäuden – passend zu einem Mann, der selbst viele Meilen auf den Straßen unterwegs gewesen war. Fuhrleute, Reisende und Pferde brauchten auf ihren langen Fahrten Orte zum Ausruhen.
Und vielleicht erzählte der Wirt seinen Gästen dort noch manches Mal von jener außergewöhnlichen Fuhre, bei der er die Heiligen Drei Könige durch das Sauerland begleitet hatte.
Die Gebeine der Heiligen kamen 1164 nach Köln. Nach der Eroberung Mailands übergab Kaiser Friedrich Barbarossa die dort verehrten Reliquien der Heiligen Drei Könige an den Kölner Erzbischof Rainald von Dassel. Dieser brachte sie nach Köln. Für die Reliquien wurde später der prächtige Dreikönigenschrein geschaffen. Sie machten Köln zu einem bedeutenden Wallfahrtsort und waren ein wichtiger Grund für den Neubau des gotischen Doms ab 1248. Ob es sich tatsächlich um die Gebeine der biblischen Weisen handelt, lässt sich historisch nicht beweisen.
Quelle: Erzbistum Paderborn: „Die Heiligen Drei Könige – FAQ“.
Quellen:
Sauerländer Heimatbund: „Rückkehr der Reliquien des Dreikönigsschreins von Arnsberg nach Köln jährt sich zum 200. Mal“, Sauerland Nr. 4/2003.
Sauerländer Heimatbund: Sauerland Nr. 3/1977.
https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte

