Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Auf dem 390 Meter hohen Tafelberg von Obermarsberg befand sich einst die sächsische Eresburg, die in den 770er Jahren mehrfach von Karl dem Großen erobert wurde. Er ließ dort eine Kirche und eine Benediktinerabtei errichten. Um 1200 entstand auf dem Bergplateau eine Bürgerstadt, die 1222 ihre ersten Stadtrechte erhielt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde diese Stadt zerstört und danach wieder aufgebaut, ohne dass ihre vorherige Größe wieder erreicht wurde. Heute heißt der Ort Obermarsberg und ist einer der 17 Stadtteile der Stadt Marsberg. (1)
Das Bergplateau fällt an drei Seiten steil ab und hat nur einen annähernd problemlosen Zugang, womit die strategische Bedeutung dieses 1 km langen und 0,5 km breiten Gebietes hinreichend erklärt ist.
Die Wasserversorgung in Obermarsberg
Versetzen wir uns zurück ins 13. Jahrhundert, dürfte die Wasserversorgung eine der wichtigsten und grundlegendsten Voraussetzungen für eine funktionierende Gesellschaft gewesen sein.
Die Entwicklung der Wasserversorgung im Sauerland ab dem 13. Jahrhundert war stark von der anspruchsvollen Topographie (Mittelgebirgslage) und der fortschreitenden Städtebildung des Hoch- und Spätmittelalters geprägt.
In Friedenszeiten wurden Bäche, Flüsse, Seen, Quellen oder Brunnen zur Wasserversorgung genutzt. In den Dörfern verfügten die Höfe häufig über einen eigenen Brunnen. Für das Vieh und die Wäsche wurden die lokalen Bäche und Flüsse genutzt. Die Wasserqualität war überwiegend hoch, da die Ansiedlungen klein waren und es kaum Verschmutzungen gab.
In den Städten, die ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts entstanden (Brilon, Arnsberg, Obermarsberg) stieg die Bevölkerungsdichte sprunghaft an. Die Wasserversorgung erfolgte dort über öffentliche Brunnen auf zentralen Marktplätzen. Ab dem 14. Jahrhundert wurde Wasser in sogenannten Deicheln (hölzerne Rohrleitungen) in die Städte geleitet.
Städte, die strategisch auf Bergen lagen, hatten in der Wasserversorgung ein massives Höhenproblem. Die Obermarsberger lösten es bewundernswert mit einem Kettenbrunnen.
Bild oben Teta, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

