Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Das Wort Besteck leitet sich vom mittelhochdeutschen bestecke ab und bezeichnet ursprünglich ein Futteral – also eine Hülle für Werkzeuge, die man am Gürtel trug. Bis ins 18. Jahrhundert war es in Deutschland üblich, das eigene Essbesteck mitzuführen, auch auf Reisen oder in Gasthäusern. Das dreiteilige Set aus Messer, Gabel und Löffel etablierte sich erst ab dem 16. Jahrhundert.
Das Messer ist das älteste Werkzeug der Menschheit: Stein- und Feuersteinklingen sind seit rund 1,5 Millionen Jahren belegt. Seine Nutzung als reines Tischwerkzeug setzte sich jedoch erst im Mittelalter durch.
Der Löffel diente seit etwa 20 000 Jahren als Schöpfwerkzeug aus Muscheln, Holz oder Stein und blieb bis ins 19. Jahrhundert das wichtigste Essgerät.
Die Gabel galt im Mittelalter zunächst als „Werkzeug des Teufels“ und wurde erst im 16.–17. Jahrhundert über Italien und Frankreich in den europäischen Adel eingeführt. Erst im 19. Jahrhundert, mit der Industrialisierung, wurde Besteck zur Massenware für alle Schichten.
Der Löffel im bäuerlichen Alltag des Sauerlands
Im Sauerland war der Löffel unverzichtbar. Die einfache Bevölkerung ernährte sich überwiegend von flüssigen oder breiigen Speisen – Hafer- und Roggenbrei, Gemüseeintöpfen oder Suppen. Diese Mahlzeiten ließen sich nur mit dem Löffel verzehren.
Die Löffel wurden aus heimischen Hölzern wie Linde, Buche, Ahorn oder Esche geschnitzt. Sie galten als persönlicher Besitz und wurden oft ein Leben lang genutzt.

Photo: Andreas Praefcke, Public domain, via Wikimedia Commons

