Josef Bergenthal und die Rochuskapelle in Sundern

Ein Sunderner Maler als Heiliger

Ein Sunderner Maler als Heiliger

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Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer die kleine Rochuskapelle an der Hauptstraße in Sundern betritt, begegnet dort nicht nur den Heiligen des Altars, sondern auch einem Sunderner Künstler des 19. Jahrhunderts. Zwei Gemälde des Malers Josef Bergenthal haben sich in der Kapelle erhalten. Und in einem davon soll er sich selbst verewigt haben.

Maler Josef Bergenthal

Josef Bergenthal wurde 1827 in Sundern geboren. Im Taufregister erscheint er als Franciscus Josephus, Sohn des Bürgers und Ackermanns Anton Bergenthal, genannt Schroer, und der Maria Aloysia geborene Thüsing. Seine Eltern kamen ursprünglich aus Schmallenberg.

Foto: Arnoldius, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Später besuchte Bergenthal die Kunstakademie in Düsseldorf. 1849 kehrte er zunächst nach Sundern zurück. Offenbar spielten dabei auch politische Gründe eine Rolle: Während der Revolution[1] von 1848/49 hatte er sich demokratischen Kreisen angeschlossen; in Sundern gehörte er zu einem kleinen revolutionären Zirkel um den Lehrer Anton Hümmler.

Zur selben Zeit stand die Rochuskapelle wegen ihres schlechten Zustands vor dem Abriss. Hümmler setzte sich jedoch für ihren Erhalt ein. Die Kapelle wurde erneuert – und Josef Bergenthal schuf mehrere Ölgemälde für den vorhandenen Barockaltar.

Bergenthal malt für die Rochuskapelle

Im oberen Teil des Altars entstand eine Darstellung des heiligen Rochus. Nach Michael Schmitt verlieh Bergenthal dem Heiligen dabei seine eigenen Gesichtszüge.

Damit stand er in einer langen Tradition. Auch berühmte Künstler verewigten sich in ihren Werken: Michelangelo soll sein eigenes Gesicht im „Jüngsten Gericht“ dargestellt haben, Caravaggio gab dem Goliath in „David mit dem Haupt des Goliath“ seine eigenen Züge. Bergenthal wählte eine weniger dramatische Variante: Er stellte sich selbst als heiligen Rochus dar.

Das zentrale Altarbild zeigte die heilige Lucia. Hinzu kam eine Darstellung des Lammes Gottes, die als Antependium, also als Schmuck an der Vorderseite des Altars angebracht war.

„Geradezu bodenloser Kitsch“

Die folgenden Jahrzehnte gingen an Bergenthals Bildern nicht spurlos vorüber. Beim Neubau der heutigen Kapelle in den 1920er-Jahren machte sich ein Maler namens Frehe an den alten Ölgemälden zu schaffen.

Das Ergebnis gefiel dem verantwortlichen Architekten Karl Freckmann überhaupt nicht. Er beklagte, Frehe habe „geradezu bodenlosen Kitsch“ fabriziert und die Darstellung der heiligen Lucia entstellt. Freckmann bat deshalb darum, den Maler nicht auch noch an die beiden bis dahin verschont gebliebenen Bilder heranzulassen.

Erst bei der Renovierung der Kapelle 1978 wurde das Lucia-Bild grundlegend gereinigt.

Foto ganz oben: Zidi

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