Eine Kapelle mit langer Geschichte
Die Geschichte der Rochuskapelle reicht weit zurück. Als 1682 die Rote Ruhr, eine ansteckende Darmkrankheit, viele Menschen dahinraffte, gelobten die Bürger der Freiheit Sundern den Bau einer Kapelle zu Ehren der heiligen Lucia und des heiligen Rochus.

Rochus wurde besonders als Schutzheiliger gegen Pest und andere Seuchen verehrt.
Foto: Zidi
Der alte Fachwerkbau konnte 1849 noch vor dem Abriss bewahrt werden. In den 1920er-Jahren war er jedoch so baufällig geworden, dass ein Neubau notwendig wurde. Am 16. August 1925 wurde an gleicher Stelle der Grundstein gelegt; 1927 wurde die heutige Rochuskapelle benediziert. Der alte Barockaltar fand wieder seinen Platz – und mit ihm Bergenthals Bilder.
Auch 1973 drohte der Kapelle noch einmal der Abriss. Erneut setzten sich Sunderner Bürger für ihren Erhalt ein. Durch Spenden konnte sie saniert werden.
So hat die kleine Kapelle Verfall, Neubau und mehrere Abrisspläne überstanden. Und in ihrem Altar erinnert bis heute ein besonderes Bild an Josef Bergenthal: Wenn er sich tatsächlich selbst als heiligen Rochus dargestellt hat, blickt uns dort nicht nur ein Heiliger entgegen – sondern zugleich ein Sunderner Maler des 19. Jahrhunderts.
In den 1860er-Jahren wanderte Josef Bergenthal in die Vereinigten Staaten aus und ließ sich in Philadelphia nieder, wo er als Maler arbeitete. Seine Sterbeurkunde bezeichnet ihn 1887 als „single“.
Die Künstlerfamilie Bergenthal
Bemerkenswert ist, dass nicht nur die Vorfahren Josef Bergenthals, sondern auch die später in Oberschledorn ansässige Kirchenmalerfamilie Bergenthal ihre Wurzeln in Schmallenberg hatte.
Quellen
Michael Schmitt: „Ich halte es mit Paderborn: Abreißen!“ – Die Rochus-Kapelle in Sundern. In: Jahrbuch Hochsauerlandkreis 2003, S. 147–153.
Sunderner Taufregister Sundern 1827
„Josef Bergenthal – Ein Maler wanderte aus“, in: De Suerländer. Heimatkalender für das kurkölnische Sauerland, 1965.
Werner Herold / Ewald Stahlschmidt: „Die Künstlerfamilie Bergenthal – von Schmallenberg über Grönebach nach Oberschledorn“, 2009
[1] Das Jahr 1848 ging als Jahr der Märzrevolution in die Geschichte ein. In vielen deutschen Staaten forderten Bürger mehr politische Mitbestimmung, Freiheitsrechte und die nationale Einheit Deutschlands.

