Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
In einer Werkstatt in Giershagen bei Marsberg wurden im 17. und 18. Jahrhundert Altäre, Bildstöcke und Skulpturen geschaffen, die später ihren Platz in Kirchen und Kapellen im Sauerland und weit darüber hinaus finden.
Hier arbeiteten Vater und Sohn Papen. Die Rohstoffe für ihre Arbeit lagen beinahe vor der Haustür. In der Umgebung von Giershagen und Adorf wurden Alabaster, Mehlstein und Marmor gewonnen. Aus diesen Gesteinen schufen Heinrich und Christoph Papen in ihrer Werkstatt Altäre, Heiligenfiguren und Bildstöcke, die bis heute erhalten geblieben sind.
Aus einer Bergmannsfamilie
Heinrich Papen, auch Pape genannt, wurde gegen 1645 in Giershagen geboren. Seine Familie war seit Generationen mit dem Bergbau verbunden; unter ihren Angehörigen finden sich Steiger und Gewerken. Auch Heinrich selbst war im Bergbau tätig. Gemeinsam mit dem Freiherrn von Canstein besaß er Anteile an einer Schachtanlage bei Giershagen.
Über seine Ausbildung zum Bildhauer ist nur wenig bekannt. Auch sein künstlerischer Werdegang lässt sich nur bruchstückhaft nachzeichnen. Umso eindrucksvoller spricht das umfangreiche Werk für sich, das er und später sein Sohn hinterließen.
Verheiratet war Heinrich Papen mit Gertrud Kramer. Aus der Ehe gingen drei Söhne und drei Töchter hervor. Einer der Söhne war der 1678 geborene Christoph Papen, der später die Werkstatt seines Vaters übernahm und weiterführte.
Das Haus der Bildhauer
Auch das Wohnhaus der Familie zeugte von ihrem Handwerk. Heinrich Papen und seine Frau ließen das stattliche Fachwerkhaus im Jahr 1678 errichten. Schon von außen war leicht zu erkennen, dass in diesem Haus Menschen wohnten, denen die Kunst wichtig war: Besonders auffällig waren die reich geschnitzten Weintrauben und Ranken an der Fassade. Im Obergeschoss befand sich ein geräumiger Arbeitsraum mit großen Fenstern. Noch um 1900 fanden sich am und beim Haus Spuren, die auf die einstige Bildhauerwerkstatt hinwiesen.
Bild oben:
Auch ein Werk von Heinrich Papen: Die Kanzel in der Marsberger Stiftskirche (Ath, CC0, via Wikimedia Commons)

