Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Ein Ort oder eine Ackerfläche, die zunächst genutzt und später dauerhaft aufgegeben wurde, wird als „Wüstung“ bezeichnet. Klimaveränderungen, Pestepidemien, Kriege oder der Übergang zu größeren Dörfern gehören zu den häufigsten Ursachen für Wüstungen. Der heutige Marsberger Ortsteil Giershagen ist selbst nicht wüst gefallen, sondern entstand im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit aus dem Zusammenschluss mehrerer wüst gefallener Nachbarsiedlungen (u. a. Ober- und Niederupssprunge sowie Teile von Esbeck und Ekesbeck). Die Bewohner gaben die alten, ungünstig gelegenen Weiler aus der Zeit zwischen 500 und 800 auf und siedelten sich an dem Ort an, den wir heute als Giershagen kennen.
Der Name Giershagen, seit dem frühen 14. Jahrhundert belegt, setzt sich aus den Bestandteilen Giers (wahrscheinlich ein Personenname wie „Gero“) und Hagen (Hecke oder neue Siedlung am Wald) zusammen.
Foto oben: Die Kluskapelle / Ath, CC0, via Wikimedia Commons

