Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Altastenberg ist ein Stadtteil von Winterberg in Nordrhein-Westfalen. Mit 740 bis 790 m ü. NN ist es der höchstgelegene Ort des Sauerlands und Nordrhein-Westfalens. Bis 1885 hieß Altastenberg Lichtenscheid und lag über Jahrhunderte in einer Hochheide, die vor allem aus Weideflächen, Heide und Wald bestand – ohne Ackerland, ohne Höfe, ohne natürliche Voraussetzungen für ein Dorf. Dennoch entstand hier im 16. Jahrhundert eine bewusst initiierte Ansiedlung, gegen die klimatischen Bedingungen und gegen die Erwartungen der Zeit (1). Die Bewohner fanden immer wieder Wege, sich den rauen Bedingungen anzupassen.

Die ursprüngliche Kapelle von 1725

1725 wurde in Altastenberg (damals Lichtenscheid) eine kleine Kapelle errichtet, die von Anfang an eng mit der Verehrung des Schutzpatrons des Ortes verbunden war. Der hl. Erasmus von Antiochien wurde bereits 1731 zum Schutzpatron des Dorfes bestimmt. Seitdem findet jährlich ein Patronatsfest mit feierlicher Prozession statt.

Die Wahl des hl. Erasmus hatte einen überlebenswichtigen, praktischen Hintergrund: Er galt traditionell als Schutzpatron vor Unwettern, Blitzen und Gewittern – Naturgewalten, denen die Bewohner des hochgelegenen Ortes besonders ausgesetzt waren. Auch bei Feuer und Krankheiten wurde Erasmus um Hilfe angerufen. Seit dem 16. Jahrhundert wurde er als einer der 14 Nothelfer verehrt. Sein Schutz war für die Dorfgemeinschaft existenziell wichtig.

Die erste kleine Kapelle, die auf demselben Gebiet stand, auf dem sich heute die Kirche St. Erasmus mit der Kapelle „Maria Schnee“ befindet, hatte keinen überlieferten eigenen Namen. Sie wurde schlicht als Kapelle von Altastenberg (früher Lichtenscheid) bezeichnet.

1823 war diese Kapelle zu klein und zu baufällig geworden. Sie wurde aber nicht abgerissen, sondern 1972 offiziell zur Friedhofskapelle (s. Foto oben) umfunktioniert.

Die Kapelle von 1725 stand damals dort, wo 1823 der historische Nachfolgebau errichtet wurde – aber das heutige Hauptgotteshaus (die moderne Pfarrkirche) belegt einen anderen Platz ganz in der Nähe.

Foto oben: Die Friedhofskapelle
Triptychon, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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