Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Natürlich klingt es anders, wenn man als Geburtsort Brilon oder eine andere Stadt im Sauerland nennt, als wenn man Mosebolle, Faulebutter oder Husten bekennen muss. Letztere dürften häufiger ein kleines Lächeln oder eine neugierige Nachfrage provozieren.
Dabei ist allgemein bekannt: Den eigenen Geburtsort kann man sich nicht aussuchen.
Die Ortsnamenforschung (Toponomastik) erklärt übereinstimmend, dass sich Ortsnamen in der Regel auf geographische Gegebenheiten, Personennamen, Tätigkeiten oder historische Funktionen zurückführen lassen. Sie entwickelten sich immer mit Bezug auf die direkte Umgebung. Sie entstanden meist in der Besiedlungszeit und dienten dazu, einen Ort eindeutig zu beschreiben.
Ortsnamen im Sauerland
Im Frühmittelalter war das Sauerland ein Grenz- und Konfliktgebiet zwischen Sachsen im Norden und Franken im Westen. Das spiegelt sich bis heute in vielen Ortsnamen wider: An den Endungen lässt sich oft erkennen, ob ein Ort fränkischen oder sächsischen Ursprungs ist.
Bei der Ortsbenennung spielte die Natur eine entscheidende Rolle: Flüsse, Bäche, Wälder, Rodungen und landwirtschaftliche Begriffe prägten die Namensgebung. Ab dem 8. Jahrhundert beeinflusste die Christianisierung die Ortsbezeichnungen.
Sauerländer Ortsnamen, die heute zum Schmunzeln anregen
Aus der Vielzahl der heute lustig bis kurios klingenden Ortsbezeichnungen sollen hier einige Beispiele genannt werden:
Faulebutter (Gemeinde Finnentrop), ein Klassiker unter den skurrilen Ortsnamen. Der Name hat definitiv nichts mit ranziger Butter zu tun.
Es gibt zwei Erklärungsansätze: Faulebutter leitet sich vom plattdeutschen fuhl bot ab und bedeutet eine durch Fäulnis verdorbene Ernte. Wahrscheinlicher dürfte aber sein, dass es sich bei der fuhlen botte um eine dauerhaft matschige Senke gehandelt hat, weil das geographisch exakt zur Lage des Ortes passt.
Kuckuck (Gemeinde Finnentrop)
Für den winzigen Weiler (unter 20 Einwohner) gibt es zwei plausible Erklärungen: Die Ansiedlung lag in einem dichten Waldgebiet – der Kuckucksruf gehörte zum Alltag. Die volkstümlichere Erklärung: „Kuckuck“ war im alten Westfalen ein Spottname für einfältige Menschen oder Narren.
Beides ist in der Literatur erwähnt, wobei die zweite Erklärung plausibel ist, leider aber keine eindeutige wissenschaftliche Quelle hat.
Bild oben KI-generiert by Microsoft Copilot

