Mosebolle (Stadtteil von Meschede)
Für Mosebolle existieren mehrere Deutungen: Das Wort kann in zwei niederdeutsche Wörter geteilt werde. Mos = Moor, Sumpf oder Moosboden und bolle aus dem altniederdeutschen bold oder bode = Haus, Wohnstätte. Mosebolle wäre dann die Bezeichnung für Häuser oder Höfe am Moor.
Eine andere Erklärung leitet Bolle aus dem plattdeutschen und westfälischen Sprachgebrauch ab, wo es eine Rundung, Knolle oder eine Hügelgruppe bezeichnet. Mosebolle könnte damit auch eine moosbewachsene runde Kuppe beschreiben, was gut zu der geographischen Lage des Ortes passt. Ob nun Häuser oder kleine Hügel in der ursprünglichen Namensgebung gemeint sind, ist weiterhin umstritten. Der feuchte Grund liegt beiden Erklärungen zugrunde.
Eine ganz andere Deutung hält das M in Mosebolle für eine frühmittelalterliche Hinzufügung zu einem ursprünglichen Ort Osebolle, was sowohl Ort an einem Bach oder Hof des Oso bedeuten könnte.
Huxel (Ortsteil von Schmallenberg)
Der Name geht wahrscheinlich auf die Hucke zurück – den altniederdeutschen Ausdruck für Kröte. Im 14. Jahrhundert hieß der Ort Hukeshohl (Tal/Wiese), später Huxholl, Huxe, schließlich Huxel. Die alternative Ableitung von Huk = Uhu/Eule ist ebenfalls belegt, aber nicht eindeutig zu klären.
Diese Beispiele ließen sich beliebig ergänzen. Viele Sauerländer Ortsnamen sind noch ungeklärt oder nur teilweise gesichert.
Fest steht: Die Sauerländer gingen bei der Ortsnamengebung pragmatisch und praktisch vor – und hatten dabei offenbar auch gelegentlich Freude an ungewöhnlichen Bezeichnungen.
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Quellen:
Martin Bubenheim, (2017) Lustig ist das Sauerland
Nationalatlas / BMBF.
Werner F. Cordes: Weuspert und Faulebutter Sauerland. Nr. 4/2006, S. 204–205
Müllmann/Junker, Sauerland. Nr. 4/2003

