Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Ursprung des Handwerks

Der Beruf des Schornsteinfegers hat eine lange Geschichte. Bereits im späten 15. Jahrhundert existierten im deutschsprachigen Raum amtliche Kehrverordnungen, etwa die Wiener Feuerordnung von 1454. Zuvor mussten die Bürger ihre Kamine selbst reinigen. Da die Brandgefahr in Städten erheblich größer war als auf dem Land, begann die organisierte Brandbekämpfung zunächst in den urbanen Zentren.

Im 15. und 16. Jahrhundert verbreitete sich das Handwerk weiter. Viele der wanderausübenden Schornsteinfeger kamen aus Italien, der Schweiz und Österreich und trugen zur Verbreitung des Berufs bei.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde der Beruf zunehmend ortsgebunden: In Städten, Fürstentümern und Herzogtümern erhielten Schornsteinfeger den Auftrag zur Brandschutzaufsicht.

1869 legte die Gewerbeordnung für das Deutsche Reich erstmals rechtliche Grundlagen und Kehrbezirke fest.

Das erste Schornsteinfegergesetz verabschiedete der Deutsche Bundestag 1951.

Schornsteinfeger im Sauerland

Im Mittelalter gab es im Sauerland kein organisiertes Schornsteinfegerhandwerk. Der Übergang von der Eigenverantwortung des Hausbesitzers zur staatlichen Pflicht war fließend und regional unterschiedlich. In den meisten Häusern des frühen und hohen Mittelalters existierten keine echten Kamine – der Rauch zog durch Dachritzen oder Rauchlöcher ab. Später entstanden Rauchschlote aus Holz und Lehm, die wegen der Ablagerung von Teer und Glanzruß hochentzündlich waren.

Die kurkölnischen Brandordnungen (1734–1784), im Sauerland verbindlich, schrieben vor, dass Kamine und Schornsteine massiv aus Stein oder Ziegeln errichtet werden mussten. Der Bau hölzerner Schornsteine wurde streng untersagt.

Foto oben: KI-generiert by ChatGPT

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