Obwohl im 16. und frühen 17. Jahrhundert erste Handwerkerzünfte im Sauerland entstanden, gab es keine eigene Zunft der Schornsteinfeger. Das lag daran, dass im Herzogtum Westfalen und später unter preußischer Herrschaft das Schornsteinfegerhandwerk hoheitlich geregelt war. Die ländliche Struktur des Sauerlands spielte ebenfalls eine Rolle: Ein einzelner Schornsteinfeger versorgte oft ein riesiges Gebiet, das er zu Fuß von Dorf zu Dorf ablaufen musste. Kollegen aus anderen Dörfern oder Gebieten traf er selten bis nie. Das führte zu einer beruflichen Isolation und zeitweise zu einer gesellschaftlichen Abwertung. Schornsteinfeger wurden gelegentlich in einem Atemzug mit Abdeckern oder Schindern genannt – Berufen, die als unrein galten. Erst im 18. Jahrhundert änderte sich das Bild, als die Landesherren erkannten, dass regelmäßiges Kaminkehren Hausbrände effektiv verhinderte.
1882 wurde die offizielle Schornsteinfeger‑Innung für den Regierungsbezirk Arnsberg gegründet.
Der Schornsteinfeger als Glücksbringer
Seit dem Mittelalter gilt der Schornsteinfeger als Symbol des Glücks – weil er die Menschen vor Feuergefahren schützte. Dieser schöne Aberglaube hat sich bis heute erhalten und lässt sich sinnbildlich auch auf andere Gefahren ausweiten: Der Schornsteinfeger steht für Reinigung, Schutz und Neubeginn.
Quellen:
https://www.zvab.com/erstausgabe/Chronik-2007-125-Jahre-Schornsteinfeger-Innung-Regierungsbezirk/30871369851/bd
https://www.schornsteinfeger-einbock.de/Historie.htm
LWL‑Archiv für westfälische Volkskunde
Deutsches Schornsteinfegermuseum, Ludwigsburg

