Text: Christel Zidi
1848 blickte Europa nach Berlin. Revolutionäre Unruhen, Forderungen nach Reformen und der Ruf nach einer Verfassung prägten das politische Klima. Inmitten dieser bewegten Zeit taucht im Verzeichnis der westfälischen Abgeordneten des Zweiten Vereinigten Landtags der Name eines Sauerländers auf: „Schulte – Landwirt zu Habbel“.
Habbel war kein Dorf, sondern ein landwirtschaftliches Gut zwischen Hüsten, Herdringen und Müschede. Die Quellen nennen den Namen nicht vollständig, doch die Indizien sprechen deutlich für Caspar Schulte. Sein Vater Johann Heinrich wäre 1848 bereits hochbetagt gewesen, während Caspar – 1809 geboren – mit 38 Jahren im passenden Alter war und nachweislich eng mit Habbel verbunden.
Ein Hof mit jahrhundertealter Geschichte
Als Caspar Schulte geboren wurde, blickte das Gut Habbel bereits auf über 600 Jahre belegte Geschichte zurück. 1196 erscheint es erstmals als Hagenbole in den Quellen. In den folgenden Jahrzehnten begegnen Varianten wie Hauebole, Haveboule oder Havebole.
1229 übertrugen die Grafen Adolf und Ludolf von Nienover den Zehnten von Havebole an das Kloster Wedinghausen – ein Hinweis auf die frühe Bedeutung des Hofes. Auch die Schulten lassen sich früh nachweisen: Im Schatzungsregister von 1580 erscheint „dey Schulte tom Habbel“.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Habbel ein größerer Wirtschaftshof. Knechte, Mägde und Hirten gehörten zum Haushalt, Schafe und andere Nutztiere wurden gehalten. Der Schulte war damit nicht nur Landwirt, sondern trug Verantwortung für einen komplexen Betrieb.
Eine Testamentsakte aus dem frühen 19. Jahrhundert führt mitten in die Familiengeschichte: Sie nennt Melchior Schulte zu Habbel, den Großvater Caspars. Sein Vater Johann Heinrich Schulte erscheint 1809 im Hüstener Kirchenbuch ausdrücklich als „Gutsmann zu Habbel“. Im selben Jahr wurde Johann Caspar Melchior Schulte geboren.
Bild oben: Der weiße Saal im Stadtschloss Berlin bei der Eröffnung des ersten vereinigten Landtags / Quelle: Rudolf Ernst, Public domain, via Wikimedia Commons

