Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Die Heilige Agatha von Catania nimmt in der katholischen Heiligenverehrung einen besonderen Platz ein. Ihre Schutzfunktion gegen Feuer erklärt die weite Verbreitung ihrer Verehrung, insbesondere in Regionen, die durch Brände stark gefährdet waren.

Im Mittelalter zählten Feuer, Kriege und Krankheiten zu den größten existenziellen Bedrohungen des Alltags. Im landwirtschaftlich geprägten Sauerland finden sich bis heute Spuren dieser Schutzverehrung: Die Anrufung der Heiligen Agatha war ein fester Bestandteil religiöser und volkstümlicher Praxis.

Im heutigen Hochsauerlandkreis lassen sich mindestens sieben denkmalgeschützte St.-Agatha-Kapellen nachweisen. Eine davon ist die barocke St.-Agatha-Kapelle in Olpe (Meschede) an der Freienohler Straße.

Zur Geschichte der Kapelle

Die Kapelle wird 1643 erstmals urkundlich erwähnt. Sie lag im kurkölnischen Herrschaftsgebiet, das im Zuge der Säkularisation 1803 aufgelöst wurde.

1643 befand sich das Sauerland mitten im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), einer Zeit schwerer Plünderungen, Seuchen und Hungersnöte.

1646 sollen schwedische Soldaten die Kapelle als Pferdestall genutzt haben. In jedem Fall wurde sie so stark beschädigt und entweiht, dass sie 1647 rekonsiliert – also feierlich neu geweiht und für den Gottesdienst wieder freigegeben – wurde.

1748 erfolgte ein umfassender Umbau: An den Ursprungsbau von 1643 wurden ein neuer Chor und ein Querschiff angefügt, wodurch der bis heute erhaltene kreuzförmige Grundriss entstand.

1838 wurde die Kapelle instandgesetzt, 1909 der Altar restauriert.

Das Innere zeigt den ländlichen Barockstil des 18. Jahrhunderts: Ein kunstvoll geschnitzter Altaraufsatz mit der Darstellung der Heiligen Agatha und weiterer Figuren, einfaches Holzgestühl und eine schlichte Holzdecke prägen den Raum.

Der kreuzförmige Grundriss verleiht dem kleinen Innenraum eine überraschende räumliche Dynamik.

Die Kapelle gilt als ältestes erhaltenes Gebäude Olpes.

Foto oben: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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