Die Verehrung der Heiligen Agatha im Sauerland
Die Verehrung der Heiligen Agatha prägte im Sauerland nicht nur das Gebet, sondern auch Alltagsbräuche.
Am 5. Februar, ihrem Gedenktag, wurde – und wird mancherorts bis heute – das sogenannte Agathabrot gesegnet. Es wurde anschließend selbst gegessen oder dem Vieh verfüttert, um Schutz und Heilung für Mensch und Tier zu erbitten. In vielen Regionen galt der Agatha-Tag als heiliger, arbeitsfreier Tag, an dem gefastet wurde.
Nach verheerenden Bränden konnten Gemeinden ein „ewiges Agatha-Gelübde“ ablegen: Gebet, Fasten und Almosen wurden feierlich versprochen, um den Schutz der Heiligen gegen Feuer und Krankheit zu erbitten.
Die mittelalterlichen Gefahren wie Feuer und Seuchen sind heute weitgehend gebannt – die symbolische Bedeutung der Heiligen Agatha als Schutzpatronin bleibt jedoch lebendig.
Quellen:
Historisches Lexikon Bayerns – Artikel „Heiligenverehrung (Mittelalter)
Albert K. Hömberg: Kirchliche und weltliche Rechts- und Kulturgeschichte des Sauerlandes
LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen: Eintrag zur St.-Agatha-Kapelle Olpe
Elmar Kersting: Dorfgeschichte Kotten Olpe
Text: Sabina Butz

