Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Im 21. Jahrhundert treten Frauen meist aus spirituellen, gemeinschaftlichen oder persönlichen Motiven in ein katholisches Kloster ein. In Deutschland bestehen derzeit rund 795 Frauenorden. Für das Spätmittelalter wird die Zahl der Klöster auf 2 000 bis 3 000 geschätzt, wobei Frauenklöster in vielen Regionen den größeren Anteil ausmachten. Im heutigen Westfalen existierten über 180 aktive Klostergemeinschaften.
Ein Vergleich zwischen mittelalterlichen und modernen Klöstern ist jedoch kaum möglich: Im Mittelalter waren Klöster wirtschaftliche und politische Machtzentren mit Grundherrschaft, Landbesitz und abhängigen Dörfern. Heute sind sie meist religiöse Gemeinschaften oder Stiftungen ohne weltliche Herrschaftsfunktion.
Kloster Oelinghausen
Das Kloster Oelinghausen wurde ursprünglich als Doppelkloster für Nonnen und Mönche gegründet, die räumlich getrennt lebten. Im 13. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem reinen Frauenstift.
Ein Damenstift unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von einem Kloster: In Klöstern war die Profess (Ordensgelübde) unumkehrbar, persönlicher Besitz verboten. In freiadeligen Damenstiften konnten die Frauen ihren Besitz behalten, das Stift verlassen und heiraten. Die Aufnahme war zunächst dem Hochadel vorbehalten, später auch wohlhabenden Bürgerinnen möglich.

(Foto: Zidi)
Damenstifte waren weniger religiöse Gemeinschaften als standesgemäße Wohnformen des Adels, mit erheblichem Grundbesitz und politischem Einfluss.
Beide Institutionen boten ihren Mitgliedern Bildung, Versorgung und Sicherheit – jedoch in unterschiedlicher Ausprägung.
Bild oben: KI-genieriert aus den Fotos dieser Seite.

