Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Blick auf Elkeringhausen, ca. 1960. Postkartenverlag Josef Grobbel © LWL-Medienzentrum für Westfalen. Das Anwesen „Borgmanns“, auf dessen Areal der frühere Adelssitz vermutet wird, befand sich unterhalb der Schützenhalle.
Mitte des 16. Jahrhunderts stand die Pfarrei Grönebach vor einem Problem: Die Kirche musste erneuert werden, doch dafür fehlte das Geld. Das alte Kirchenschiff sollte durch einen Neubau ersetzt werden – eine große finanzielle Belastung für die nicht gerade wohlhabende Pfarrei.
Dabei hatte Grönebach damals kirchlich eine wesentlich größere Bedeutung als heute. Als Mutterpfarrei eines ausgedehnten Kirchspiels war der Ort auch für Silbach, Niedersfeld, Elkeringhausen und Hildfeld zuständig, wahrscheinlich außerdem für das später wüst gefallene Haarfeld.

Vom alten Kirchenbau konnte zumindest der massive Turm aus dem 13. Jahrhundert erhalten bleiben. Er steht noch heute und gilt als ältestes erhaltenes steinernes Bauwerk im heutigen Stadtgebiet Winterberg. Selbst den nächsten Kirchenneubau überdauerte er: 1878 wurde erneut ein neues Kirchenschiff an den mittelalterlichen Turm angebaut.
Foto Lambertus-Kirche Grönebach: Rmbonn, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Doch wie sollte die Pfarrei im 16. Jahrhundert ihren Neubau bezahlen? Die Lösung lag im benachbarten Elkeringhausen. Dort besaß die Grönebacher Kirche das Lambertusgut, ein kirchliches Wirtschaftsgut mitten im Ort.
1552 entschloss sich die Pfarrei, diesen Besitz zu verkaufen und mit dem Erlös den Kirchenbau zu finanzieren. Damit trug ausgerechnet ein Gut in Elkeringhausen entscheidend dazu bei, dass in Grönebach eine neue Kirche gebaut werden konnte.
Doch der Verkauf hatte noch eine weitere Folge. Während in Grönebach dank des Erlöses aus dem Lambertusgut eine neue Kirche entstand, begann auf dem ehemaligen Kirchengut in Elkeringhausen die Geschichte eines Adelssitzes.
Foto ganz oben: Blick auf Elkeringhausen, ca. 1960. Das Anwesen „Borgmanns“, auf dessen Areal der frühere Adelssitz vermutet wird, befand sich unterhalb der Schützenhalle.
Postkartenverlag Josef Grobbel © LWL-Medienzentrum für Westfalen.

