Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Die drei „Ruhrdörfer“ Dinschede, Oeventrop und Glösingen gehören heute gemeinsam zum Arnsberger Stadtteil Oeventrop. Ursprünglich handelte es sich um getrennte, eigenständige Bauerschaften. Im Mittelalter gab es in Dinschede sechs, in Oeventrop fünf und in Glösingen ebenfalls fünf Höfe. Diese insgesamt 16 Urhöfe bildeten über Jahrhunderte die wirtschaftliche und soziale Grundlage der Region. Erstmals werden sie 1232 in einer Urkunde des Erzbischofs Heinrich von Köln namentlich erwähnt (Overedorp, Dinterscede und Clusinchem).

Im Jahr 1310 gründeten die drei Dörfer die „Dinscheder Mark“. Sie schlossen sich zusammen, um ein großes Waldgebiet gemeinsam für Holzgewinnung, Viehhaltung und Schweinemast zu nutzen.

Die Dinscheder Mark war eine von vielen Markgenossenschaften im mittelalterlichen Sauerland. Allein im Arnsberger Raum soll es 23 solcher Verbände gegeben haben. Unter einer Markgenossenschaft versteht man den Zusammenschluss von Grundbesitzern zur gemeinsamen Nutzung von Wald, Heide, Weide und Gewässern. Nutzungsrechte standen ausschließlich Hofbesitzern zu; landlose Bewohner waren in der Regel ausgeschlossen. Ein eigenes Markengericht – häufig unter Vorsitz des Landesherrn oder lokaler Adelsfamilien – ahndete Verstöße wie unerlaubten Holzschlag.

In der Dinscheder Mark waren Bauern, Adel und Klöster vertreten. Kloster Rumbeck und Kloster Wedinghausen besaßen den größten Anteil an Lehns- und Pachthöfen; die Adelsfamilien von Ketteler, von Wrede und von Eickel verfügten ebenfalls über Höfe und Ländereien. Die harte Arbeit auf den Höfen leisteten jedoch die bäuerlichen Pächterfamilien, die Abgaben an die Adelsfamilien oder die Klöster entrichten mussten.

Bild oben: Blick auf Dinschede, ca. 1955
Postkartenverlag Josef Grobbel © LWL-Medienzentrum für Westfalen

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