Text: Christel ZIdi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Wer heute durch das Gewerbegebiet Westheim II bei Marsberg fährt, ahnt kaum, dass sich unter den Feldern und Wiesen die Überreste eines Dorfes verbergen, dessen Geschichte mehr als tausend Jahre zurückreicht. Dieses Dorf trug den Namen Dörpede. Ein Ortsname, der auf keiner modernen Karte verzeichnet ist.
Bei Ausgrabungen im Jahre 2018 haben Archäologen unter der Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Überreste zahlreicher Gebäude aus verschiedenen Zeiten freigelegt. Dabei konnten sie wichtige Erkenntnisse über das wüst gefallene Dorf erlangen.
Die Spuren der Bewohner von Dörpede reichen bis in die Zeit der Völkerwanderung zurück. Bereits im 5. oder 6. Jahrhundert standen hier einzelne Höfe mit einfachen Holzhäusern, die auf in den Boden eingelassenen Pfosten errichtet waren. Offenbar wurde der Ort mehrfach aufgegeben und später wieder besiedelt. Dennoch blieb die Gegend für die Menschen attraktiv, denn die fruchtbaren Böden und die Nähe zur Diemel boten gute Lebensbedingungen.
Im Laufe des 9. und 10. Jahrhunderts entwickelte sich aus den verstreuten Höfen allmählich eine dauerhafte Siedlung. Aus einzelnen Gehöften entstand ein Dorf, das im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich als „villa Durpehte“ erwähnt wurde. Die Bewohner lebten weiterhin in traditionellen Holzbauten, doch mit dem Wachstum des Dorfes änderte sich auch die Bauweise. Ab dem 13. Jahrhundert errichteten sie zunehmend Fachwerkhäuser auf steinernen Fundamenten – ein Zeichen für Beständigkeit und Wohlstand.
Die Ausgrabungen zeigen, dass Dörpede gut erschlossen war. Ein gepflasterter Weg führte auf die Kirche zu, deren Standort bereits bei früheren Untersuchungen nachgewiesen werden konnte. Zahlreiche Brunnen versorgten die Bewohner mit Wasser. Sogar ein hölzerner Brunnenkasten hat die Jahrhunderte überdauert und vermittelt einen Eindruck vom Alltag der Menschen.
Bild oben KI-generiert by Microsoft Copilot

