Das Leben in Dörpede war nicht immer einfach. Die Lage im Überschwemmungsgebiet der Diemel brachte immer wieder Gefahren mit sich. Hochwasser hinterließen mächtige Sedimentschichten, die heute noch im Boden sichtbar sind. Besonders das verheerende Magdalenenhochwasser[1] von 1342 könnte das Dorf schwer getroffen haben. Die archäologischen Befunde deuten darauf hin, dass Teile der Siedlung nach dieser Katastrophe auf neu angeschwemmtem Boden wieder aufgebaut wurden.

Auch Feuer setzte dem Dorf wiederholt zu. Deutliche Brandschichten im Boden belegen mehrere verheerende Brände. Schriftliche Quellen berichten zudem von einem großen Dorfbrand im Jahr 1496, der weite Teile Dörpedes zerstörte. Möglicherweise hing dies mit der Metallverarbeitung zusammen, die im Dorf eine wichtige Rolle spielte. Schlacken, Öfen und andere Funde belegen die Verarbeitung von Eisen und Kupfer unmittelbar vor Ort.
Neben den Gebäuderesten förderten die Archäologen zahlreiche Gegenstände aus dem Alltag der Dorfbewohner zutage. Dazu gehören Münzen, Fibeln, ein kunstvoll gefertigter Knochenkamm und sogar ein kleines Kruzifix. Besonders bemerkenswert ist eine Scherbe von Terra Sigillata, einem hochwertigen römischen Tafelgeschirr. Sie zeigt, dass selbst dieses Dorf im Sauerland in überregionale Handelsbeziehungen eingebunden war.
Quelle
https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/vielschichtige-ausgrabungen-in-marsberg-westheim-abgeschlossen-4114
[1] Das Magdalenenhochwasser von 1342 gilt als eine der größten Hochwasserkatastrophen des europäischen Mittelalters. Es erhielt seinen Namen, weil die schwersten Überschwemmungen um den Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena (22. Juli) auftraten.

