Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wenn die Dunkelheit einsetzt und die Beleuchtung das Gebäude hervorhebt, zeigt sich das alte Fabrikgebäude am Rande der Neheimer Innenstadt von einer besonderen Seite. Die sorgfältig gesetzte Lichttechnik lässt seine klaren Formen beinahe wie einen römischen Tempel wirken. Zugleich erinnert der Bau an eine Zeit, in der hier ein Stück Neheimer Industriegeschichte begann – eng verbunden mit dem Namen Brökelmann.

Als Friedrich Wilhelm Brökelmann, 1799 in Dortmund geboren, im Jahr 1826 nach Neheim kam, war noch nicht abzusehen, welche Bedeutung er für die Entwicklung des Ortes haben würde. Der Sohn einer angesehenen Rats- und Juristenfamilie hatte zuvor in der Kolonialgroßhandlung und Essigfabrik von Peter Overbeck gearbeitet, jenem Unternehmen, aus dem später die Dortmunder Löwenbrauerei hervorging. Mit diesem Erfahrungsschatz erwarb er die Wasserrechte einer stillgelegten Walkmühle am Möhnegraben und machte daraus eine Ölmühle, die Neheim nachhaltig prägen sollte.

1828 heiratete er die Dortmunder Kaufmannstochter Christine Wilhelmine Friederike Boecking. Gemeinsam gründeten sie eine Familie mit sechs Kindern und wurden zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region.

Ölgemälde der Familie Brökelmann von Engelbert Seibertz, 1850
Foto: Machahn 15:15, 23 January 2007 (UTC), Public domain, via Wikimedia Commons

Brökelmann war einer jener Unternehmer, die den Wandel Neheims entscheidend vorantrieben. Aus dem handwerklich geprägten Ort entwickelte sich nach und nach ein industrielles Zentrum. Seine Betriebe schufen Arbeitsplätze, zogen weitere Firmen an und legten Strukturen, aus denen später zahlreiche Metall- und Leuchtenunternehmen hervorgingen. Zu den frühen Innovationen gehörten neue Fertigungsmethoden und die Einführung der Serienproduktion.

Foto ganz oben: Zidi

Seiten: 1 2