Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Seit mehr als 400 Jahren steht im Elpetal das „Matzenhaus“. Der Beiname „das Bedienstetenhaus“ ist bis heute geläufig, obwohl die Zeit der adligen Herrschaften längst vergangen ist. Wie es im Sauerland häufig der Fall war, blieb auch der Hausname „Matzen“ über viele Generationen hinweg mit den Bewohnern und Besitzern verbunden. Selbst die Einführung des Standesamtswesens in Preußen im Jahr 1874 änderte daran wenig.

Nach so langer Zeit lässt sich nicht immer eindeutig feststellen, ob die überlieferten Namen auf Eigentümer oder Bewohner des Hauses zurückgehen oder ob sie durch Einheirat übernommen wurden. Ziemlich sicher ist jedoch, dass der erste bekannte Besitzer den Namen „Matthias“ trug – oder, wie man im Sauerland sagt: Matze.

Im Jahr 1695 wird Henrich Handbilen als Besitzer des Matzenhauses genannt. Bekannt ist, dass bereits sein Vater Hermann in der gegenüberliegenden Schmiede Dielennägel fertigte. Gut möglich, dass es sich bei diesem Henrich um jenen Jungen handelt, der 1647 in Bigge unter dem Namen Matzen getauft wurde und dessen Eltern Hermann und Anna waren. Im Schatzungsregister von 1685 ist vermerkt, dass „Matzen Hermann“ auf dem Halbspannhof[1] mit Frau, Sohn und Tochter lebte. Der Sohn war bei ihm „bestallet“, das heißt, er arbeitete im elterlichen Betrieb.

In alten Bigger Kirchenbüchern tauchen die Namen Handbilen, Handtbil oder Handbeil mehrfach auf – eindeutig Bezeichnungen handwerklicher Herkunft. Menschen nach ihrer Tätigkeit zu benennen, war früher üblich. Die Arbeit mit dem Handbeil passt zudem gut zu diesem Ort, denn das ehemalige Gut Wiggeringhausen war ein ausgedehnter Wald- und Wirtschaftsbesitz der Herren von Gevelinghausen, später der Familien von Siegen und von Wendt.

Foto oben: © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 

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