Das begehrte Gut, beiderseits der mittleren Elpe zwischen Ohlenkopf und Stüppel gelegen, umfasste allein 2.000 Morgen Wald. Ein Forsthaus, ein Hammerwerk und eine Wurzelmühle gehörten ebenfalls dazu. Die Mühle wird bereits in einer Karte von 1577 erwähnt und ist damit nachweislich die älteste des Olsberger Stadtgebietes. Auf dem Gebiet des Gutes liegen außerdem der Juno- und der Pluto-Stollen, in denen besonders im 18. und 19. Jahrhundert Blei und Erze abgebaut wurden.

Zum Gut zählten die Siedlungen Wiggeringhausen, Bremecke, Haardt, Hißmecke und Wasserfall. Hier wohnten Köhler und Kolonen[2], Bauern und Hirten, die über 200 Jahre lang den adeligen Herren dienen mussten und erst 1839 unabhängig wurden. In diesem Jahr liefen im preußischen Westfalen vielerorts die sogenannten Ablösungen der alten Kolonenrechte. Dabei wurden feudale Verpflichtungen der Bauern gegenüber Gutsherren aufgehoben

Quellen : https://heimatbund-olsberg.de, www.ancestriy.de

Und noch ein altes Bauernhaus in Wiggeringhausen. Dieses stammt aus dem Jahre 1738.




[1] Spann bezeichnet die Größe oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Hofes. Ein „Spann“ war ursprünglich ein Gespann (also Zugtiere mit Pflug/Wagen) und wurde später als Steuer- oder Wirtschaftseinheit benutzt. „1/2 Spann“ bedeutet:  kleiner bis mittlerer Hof.

[2] Mit „Kolonen“ sind im westfälischen Raum meistens Bauern gemeint, die ein sogenanntes Kolonat bewirtschafteten – also einen Hof, der einem Grundherrn gehörte und gegen Abgaben genutzt wurde. Der Begriff stammt vom lateinischen colonos (=Ansiedler, Pächter).

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