Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Steuern sind keine Erfindung der Neuzeit. Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. sind in Ägypten Abgaben in Form von Naturalien (Ernte, Vieh) oder Frondiensten belegt. Dieses System blieb über Jahrtausende bestehen. Im 17. bis 19. Jahrhundert wurde in vielen Territorien die sogenannte Akzise, eine indirekte Steuer auf Alltagswaren, erhoben.1
Der Kurfürst von Köln führte 1759 eine Kopfsteuer ein, der die Besteuerung von Feuerstellen, Vieh sowie von Knechten und Mägden folgte. 1764 kam eine weitere Akzise auf Wein, Bier, Weizen, Rindvieh, Schweine, Schafe, Tee, Kaffee, Zucker sowie Schnupf- und Rauchtabak hinzu. Zwar war das Sauerland zu dieser Zeit nicht unmittelbar in die Kämpfe des Siebenjährigen Krieges verwickelt, doch wurden erhebliche Kontributionen eingefordert. Zudem belasteten durchziehende Truppen – befreundete wie feindliche – die Bevölkerung schwer und führten zu einer existenziellen Notlage.
Die Situation in der Freigrafschaft Düdinghausen
1663 war die Freigrafschaft Düdinghausen zwischen Waldeck und dem Kurfürstentum Köln geteilt worden; Düdinghausen selbst fiel an Köln. Dennoch mussten weiterhin Abgaben an Waldeck entrichtet werden. Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) hinterließ die Region in einem verheerenden Zustand, und der Wiederaufbau erforderte hohe Mittel, die von der Bevölkerung aufgebracht werden mussten.
Die Freigrafschaft Düdinghausen erkannte für die neuen Akzisen des Kölner Kurfürsten keine rechtliche Grundlage, da sie sich auf alte Privilegien berief, die ihrer Ansicht nach weiterhin Gültigkeit besaßen. Auch in Attendorn, Bilstein, Drolshagen und Olpe regte sich Widerstand gegen die neuen Steuern, der jedoch von erzbischöflichen Truppen rasch unterdrückt wurde. Nur Düdinghausen blieb unbeugsam und verweigerte kategorisch die Zahlung.

