Es kam zu mehreren gerichtlichen Auseinandersetzungen; verhängte Strafen wurden nicht beglichen. 1765 wurde schließlich ein Feldwebel mit Soldaten nach Düdinghausen entsandt, um den Forderungen militärischen Nachdruck zu verleihen. Rund 100 Soldaten rückten in Richtung Grafschaft-Düdinghausen vor. Bei Wissinghausen wurden sie von aufgebrachten Steuerverweigerern empfangen – mit Geschrei, aber auch mit langen Stangen, Mistgabeln und Flegeln. Unter den Verteidigenden befanden sich zahlreiche Frauen, die bereit waren, sich den Soldaten entgegenzustellen.

Beim Zusammenstoß wurde die 18‑jährige Johanna Über getötet, zwei weitere Frauen wurden verletzt. Das Ereignis ging im Volksmund als „Weiberschlacht bei Wissinghausen“ in die regionale Erinnerung ein. Am Ausgang änderte das mutige, teils wagemutige Verhalten der Bevölkerung jedoch nichts: Die Prozesse zogen sich bis zur Auflösung des Reichskammergerichts 1803 hin – ohne klaren juristischen Abschluss.

Frauenpower im Sauerland
Bewaffnete und kampfbereite Frauen waren im 18. Jahrhundert außergewöhnlich. In einer landwirtschaftlich geprägten Region wie dem Sauerland dürfte es kaum Parallelen zu den streitbaren Einwohnerinnen von Düdinghausen gegeben haben. Der Anlass – ein Streit um existenzielle Abgaben – traf sie unmittelbar. Sie handelten aus Wut, Verzweiflung, Solidarität und einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden.

Foto: KI generiert by Microsoft Copilot

Wie man ihr Verhalten heute bewertet, bleibt offen: Bewunderung, kritische Distanz oder eine Perspektive der Frauenemanzipation sind gleichermaßen denkbar. Unstrittig ist jedoch, dass die Landbewohnerinnen für ihr Land, ihr Rechtsempfinden und ihren Gerechtigkeitssinn einstanden.

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  1. Unter Akzise versteht man eine indirekte Verbrauchssteuer, die besonders in Preußen zur Finanzierung der Armee diente. ↩︎

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