Ab etwa 5500 v. Chr. lassen sich im Sauerland erste Spuren früher Bauern der bandkeramischen Kultur1 nachweisen. Die Region nutzten sie jedoch überwiegend als Jagdgebiet: Das raue Klima und die dichten Wälder boten kaum Voraussetzungen für dauerhafte Siedlungen. Entsprechend gilt das Sauerland in dieser Zeit als nur sehr dünn besiedelt.

Bis etwa 2100 v. Chr. blieb diese Situation weitgehend unverändert. Erst spätere Funde aus den Tälern zeigen, dass das Gebiet nicht völlig menschenleer war. Die Besiedlung erfolgte jedoch punktuell – an Orten mit besseren Böden und günstigeren Lebensbedingungen.

In der Vor- und Frühgeschichte war das Sauerland insgesamt nur locker bewohnt. Menschen lebten hier vereinzelt und bevorzugt an Stellen, die eine verlässliche Versorgung ermöglichten.

In der Altsteinzeit kann man noch nicht von festen Stämmen sprechen. Stattdessen zogen kleine, mobile Gruppen auf der Suche nach Wild – etwa Mammuts, Wollnashörnern und Rentieren – durch die Landschaft.

Welche Menschengruppen damals im heutigen Sauerland lebten, lässt sich nur teilweise rekonstruieren. In Betracht kommen Neandertaler, die bis vor rund 40.000 Jahren auch in Westfalen Spuren hinterließen, später der Homo sapiens sowie Menschen der Federmesser2– und Ahrensburger Kultur3. Diese Bezeichnungen stammen von Archäologen; sie sind keine Volks- oder Stammesnamen, sondern beschreiben Gemeinsamkeiten in Werkzeugformen, Jagdtechniken oder Bestattungssitten. Alle diese Gruppen waren Jäger und Sammler und damit noch nicht sesshaft.

In der Mittelsteinzeit lebten die Menschen weiterhin als Jäger, Sammler und Fischer und wanderten je nach Jahreszeit durch die Region. Sie nutzten vor allem den im Sauerland vorkommenden Kieselschiefer zur Herstellung kleiner, scharfer Steinwerkzeuge und ergänzten ihn durch importierten Feuerstein. Die waldreiche Landschaft bot den letzten mobilen Jäger- und Sammlergruppen einen wichtigen Lebensraum.

Mit Beginn der Jungsteinzeit setzte vor rund 7.500 Jahren ein tiefgreifender Wandel ein: Die Menschen wurden sesshaft, legten Felder an und hielten erstmals Nutztiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Archäologische Funde – darunter geschliffene Steinbeile, Feuersteinklingen und Keramikscherben – belegen, dass sich auch im Sauerland dauerhaft Gemeinschaften niederließen und die dichten Wälder nach und nach für Siedlungen und Ackerflächen rodeten. Besonders bedeutend blieb der regionale Kieselschiefer, der als „Stahl der Steinzeit“ hochwertige Werkzeuge lieferte; daneben gelangte Feuerstein über weite Handelswege in die Region.

Altsteinzeit (ca. 250.000–10.000 v. Chr.)
Mittelsteinzeit (ca. 10.000–5500 v. Chr.)
Jungsteinzeit (ca. 5500–2200 v. Chr.)

  1. Die bandkeramische Kultur (auch Linearbandkeramik) war die erste bäuerliche Kultur Mitteleuropas. Sie markiert den Beginn der Landwirtschaft in Deutschland – also den Übergang von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern. Diese frühneolithische Kultur (ca. 5500–4900 v. Chr.) ist nach ihrer typischen Keramik mit eingeritzten Linienbändern benannt. ↩︎
  2. Der Name stammt von den charakteristischen Federmessern – kleinen, schmalen Feuersteinklingen mit einer abgestumpften Rückenseite. Sie erinnern in ihrer Form an die Kiele einer Vogelfeder und wurden vermutlich als Messerklingen oder Pfeilspitzen verwendet. ↩︎
  3. Die Ahrensburger Kultur war eine Jäger- und Sammlerkultur der späten Altsteinzeit, die etwa 10.900–9.600 v. Chr. existierte. Sie folgte auf die Federmesser-Kultur und war die letzte große Rentierjägerkultur Mitteleuropas. ↩︎
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