Vom 17. bis 19. Jahrhundert – ein Name überdauert
Spätestens 1670 lebten Wilhelm Hacke und seine Frau Saturnina in Wettmarsen. Ihre Tochter Maria Hake heiratete später Johannes Schulte. Damit trat ein neuer Familienname in die Geschichte ein, doch der Name Hake verschwand nicht.
In den folgenden Generationen begegnen uns unterschiedliche Familiennamen – Hake, Schulte, später Severin und schließlich Nagel. Gleichzeitig blieb Hake als Bezeichnung mit dem Hof verbunden. Besonders deutlich zeigt sich das bei Augustin Laurentius Schulte, geboren 1782, der als „Schulte gen. Haake“ erscheint.
Auch ein weiterer Wechsel des Familiennamens änderte daran nichts. Nach dem Tod Augustin Laurentius‘ heiratete seine Witwe Wilhelm Severin. Deren Tochter Catharina Franziska Severin heiratete 1855 Theodor Nagel. Theodor kam aus Nierentrop (bei Schmallenberg-Dorlar) und wurde später ebenfalls Hake genannt – ebenso sein Sohn Friedrich Wilhelm Theodor.
Damit zeigt sich ein im Sauerland verbreitetes Phänomen: Der Hofname konnte beständiger sein als der Familienname. Und dieser Name – Hake beziehungsweise Hacke – erweist sich in Wettmarsen als außergewöhnlich langlebig. Mehr als 300 Jahre nach dem ersten bislang entdeckten Wettmarsern mit dem Namen Hacke wurden Bewohner dieses Hofes noch immer Hake genannt.
Heute – 900 Jahre nach der ersten schriftlichen Erwähnung Wettmarsens – bewirtschaftet die Familie Nagel den Hof. Traditonell wird hier noch immer Landwirtschaft betrieben – allerdings in moderner Form: als Biohof.
Quellen:
www.matricula-online.de
[1] Die Urkunde befindet sich im Bestand des Klosters Oelinghausen im Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen – obwohl das Kloster traditionell erst 1174 gegründet wurde. Wie und wann die Urkunde dorthin gelangte, ist nicht bekannt.
[2] Villa bezeichnet im mittelalterlichen Sprachgebrauch einen ländlichen Siedlungs- oder Besitzkomplex.

