Sagen und Überlieferungen

Auch um Wallenstein ranken sich lokale, ausschließlich mündlich überlieferte Sagen. Eine davon erzählt vom Ende eines „letzten Raubritters“, der sich mit dem Kurfürsten von Köln überworfen haben soll. Der Ritter entkam angeblich der Belagerung der Burg und floh in eine nahe gelegene Mühle am Bremkebach östlich von Freienohl. Dort erschlug ihn der tapfere Müller mit einem Meißel – eine Tat, die allgemeine Anerkennung gefunden habe. Der Kurfürst soll den Müller zusätzlich mit dem Grundbesitz des erschlagenen Bösewichts belohnt haben.

Diese Sage ist vermutlich erst im 19. Jahrhundert entstanden. Sie besitzt keine mittelalterliche Grundlage und gehört zur romantisierenden Burgenfolklore, die Ruinen mit dramatischen Erzählungen zu erklären versucht. Dennoch sollten wir die Bedeutung solcher Sagen für moralische Vermittlung und lokale Identitätsbildung nicht unterschätzen – auch wenn sie heutigen Wertmaßstäben nicht mehr entsprechen.

Bild oben: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Seiten: 1 2 3