Obwohl es also eindeutig keine echte Verbindung zwischen Veleda und Velmede gab, haben sich einige Bräuche um die Seherin lange Zeit gehalten.
So berichtete Pfarrer Eiffler im Jahre 1817, dass die Velmeder Bevölkerung „alle Ostern nachmittags, ohne ein christliches Zeichen, zur Höhle gehen und singen und beten“. Vom Heimatforscher Kohle wissen wir, dass um 1860 manche Menschen am Ostersonntag einen Stein in die untere Halle warfen oder den Teich am Grund der Höhle nutzten, um aus dem Wasserstand Voraussagen für die nächste Ernte zu machen.

Auch die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die bei einer Reise durch das Sauerland die Höhle besichtigte, konnte sich deren Faszination nicht entziehen. Sie beschrieb „Veledas Wohnung“ als kirchenähnliche Halle und versetzte ihre Leser in die Zeit der „Wodansgläubigen Väter“, die in Bärenhäuten auf die mächtige Drude Veleda warteten.

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Ein alter Brauch um Veleda hat sich besonders lange gehalten. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein stiegen junge Frauen zur Höhle hinauf und riefen: „Veleda, gib mir einen Mann!“ Aus der Höhle hallte jedes Mal das Echo: „Han“. Aber wie gesagt, das war lange Zeit, bevor Dating-Apps Einzug hielten.

*Der Bataveraufstand war eine Revolte germanischer Stämme gegen die römische Herrschaft. Er begann im August des Jahres 69 und dauerte ein Jahr.

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